Wie sich Notenbanken weltweit gegen die Krise stemmen

Wie sich Notenbanken weltweit gegen die Krise stemmen

Von der klassischen Zinssenkung bis zum Wertpapierkauf reicht die Bandbreite der Maßnahmen, mit denen die Wirtschaft wieder in Schwung gebracht werden soll. Ein Überblick.

Federal Reserve

Die US-Notenbank will pro Monat für 40 Milliarden Dollar Immobilienpapiere kaufen - und das so lange, bis sich die Perspektiven am Arbeitsmarkt "substanziell aufhellen". Damit pumpt sie frisches Geld in die Wirtschaft und belebt dabei dem Häusermarkt. Erstmals nannte die Fed kein Datum für das Ende ihre Aktionen, sondern macht es vom Erfolg abhängig. Zudem wollen die Notenbanker ihren bei faktisch null Prozent liegenden Leitzins bis Mitte 2015 nicht erhöhen. Auch die "Operation Twist" genannte Bilanzumschichtung von kurz- auf langlaufende Staatsanleihen wird fortgesetzt. Einen weiteren Pfeil hat die Fed noch im Köcher: Sie kann ihre Ankäufe von Staatsanleihen noch ausweiten. "Sollte der Wirtschaft die Puste ausgehen, sind wir zum Handeln bereit", sagte Notenbankchef Ben Bernanke.

Europäische Zentralbank

"Outright Monetary Transactions" - Hinter diesem Namen verbirgt sich das neue Programm der EZB für den Kauf von Staatsanleihen kriselnder Euro-Staaten. Sie hat vorab keine Obergrenze genannt und signalisiert damit, dass sie einen langen Atem hat und über unbegrenzte Feuerkraft verfügt. Die Notenbank will sich auf Papiere mit Laufzeiten von einem Jahr bis drei Jahren beschränken. Die EZB hatte zuvor schon ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,75 Prozent gesenkt. Experten halten es für möglich, dass er weiter gedrückt wird.

Bank of Japan

Die japanische Zentralbank weitet ihr Programm zum Ankauf von Wertpapieren um umgerechnet rund 97 Milliarden Euro aus. Das zusätzliche Geld soll im kommenden Jahr in die Wirtschaft gepumpt werden. Die Bank of Japan reagiert damit auf die sich eintrübenden Konjunkturaussichten. Die Exportnation leidet unter der Schuldenkrise in Europa. Zudem droht der Inselstreit mit dem wichtigsten Handelspartner China zu einer neuen Belastung zu werden: Japanische Konzerne schlossen Hunderte Geschäfte sowie Fabrikanlagen in der Volksrepublik. Die Notenbank beließ ihren Leitzins zudem wie erwartet zwischen 0 und 0,1 Prozent.

Bank of England

Die Notenbank stockte im Juli ihr milliardenschweres Kaufprogramm für Staatsanleihen um 50 auf 375 Milliarden Pfund auf. Großbritannien steckt in der Rezession. Das frische Geld soll die Wirtschaft beleben. Einige Notanbanker sprachen sich bereits dafür aus, noch mehr Geld zu drucken.

China

Die Zentralbank hat ihren Leitzins zuletzt im Juni und Juli gesenkt, um mit billigerem Geld Konsum und Investitionen anzuschieben. Außerdem müssen die Banken nicht mehr so viel Geld bei der Zentralbank parken. Der sogenannte Mindestreservesatz wurde zwischen November 2011 und Mai 2012 dreimal gesenkt, was zusätzliches Geld für Kredite frei macht.

Indien

Die Zentralbank pumpt indirekt mehr Geld in die Wirtschaft: Banken müssen künftig nur noch 4,5 Prozent der Kundeneinlagen bei ihr hinterlegen. Damit wurde der sogenannte Reservesatz um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Dadurch bleibt den Banken mehr Spielraum für Kredite an Unternehmen und Privatkunden. Die Regierung geht zudem davon aus, dass der Leitzins von derzeit 8,0 Prozent im Oktober gesenkt wird.

Brasilien

Ende August senkte die Notenbank zum neunten Mal in Folge ihren Leitzins - und zwar um von 8,0 auf 7,5 Prozent. Experten gehen davon aus, dass das Zinsniveau noch im Herbst um weitere 0,25 Punkte gesenkt wird.

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