Weshalb Manchester City doch kein Verlustgeschäft ist

Weshalb Manchester City doch kein Verlustgeschäft ist

Der englische Fußballklub Manchester City ist für seinen Eigentümer mehr als ein nettes Spielzeug, sondern Teil einer Vermarktungsstrategie für Abu Dhabi. Da ist das Ausscheiden in der Champions League ärgerlich, aber nicht dramatisch.

Hätte der englische Fußballverein Manchester City die entscheidende Phase der Champions League verpasst, hätte das niemanden verwundert. Heute ist ein Ausscheiden in der Gruppenphase des Bewerbs bereits eine mittlere Katastrophe; Trainer Roberto Mancini scheint bald seinen Job los zu sein. Schließlich ist der ehemalige Arbeiterverein aus der mittelenglischen Stadt heute einer der reichsten Fußballklubs der Welt.

Fast eine Milliarde Euro hat der Eigentümer des Vereins, Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan, bisher in Manchester City investiert. Den Großteil hat er für Spieler wie Dzeko, Aguero, Toure, Silva und Balotelli ausgegeben, aber auch für Infrastruktur und Merchandising hatte er einige Millionen parat. Angesichts des Aufwands scheint ein Erreichen eines Semifinales Pflicht; zumindest aber hätte sich der Verein nach dem Ausscheiden aus der Champions League für die Euro League qualifizieren müssen, um weiter international im Geschäft zu bleiben – auch das ist nach der gestrigen 0:1-Niederlage gegen Dortmund gescheitert.

Alles umsonst gewesen?

Trotz des Gewinns des Meistertitels in England gibt es daher prompt hämische Bemerkungen über das milliardenschwere Verlustgeschäft des Scheichs. Alles umsonst? Keineswegs. Denn Zayed Al Nahyan, Mitglied der Herrscherfamilie von Abu Dhabi, Bruder des derzeitigen Präsidenten dieses Emirats und Sohn des 2004 verstorbenen Zayid bin Sultan Al Nahyan, erster Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate. Das bedeutet: An ausreichend finanziellem Spielraum für Abstecher in die Fußballwelt mangelt es Al Nahyan nicht; das Milliarden-Investment für „City“ ist für ihn nicht mehr als eines von vielen.

Daher ist ein Ausscheiden aus der Champions League für Manchester City und für seinen Eigentümer zwar ärgerlich, aber nicht weiter dramatisch. Im Gegensatz zu anderen Mäzenen – Österreichs Fußballfans erinnern sich mit Schaudern an Frank Stronachs Ambitionen – sieht er das Engagement als langfristige Investition an. Deren Hauptziel lautet: Das Image von Abu Dhabi steigern. Dazu passt, dass sich die dortige Fluggesellschaft Etihad Airways , die ebenfalls von der Familie Al Nahyan kontrolliert wird mit einem langfristigen Sponsorvertrag an City gebunden hat. Zudem nutzt der Tourismusverband von Abu Dhabi den englischen Fußballklub für sein Marketing.

Reicher als Dubai, aber Dubai als Vorbild

Abu Dhabi, im Vergleich zu seinem Nachbarn Dubai mit noch erheblich mehr finanziellen Mitteln ausgestattet, bemüht sich um ein besseres touristisches Auftreten und generell um mehr Umsätze außerhalb des Rohstoffhandels. Hier dient wiederum Dubai als Vorbild, das als Tourismusdestination punktet. Ob Formel 1-Rennen, neue Hotels, Kooperationen mit europäischen Reiseveranstaltern oder Aufrüstung der europäischen Vertretungen – Abu Dhabi hat noch viel Potenzial.

Und ein Fußballklub in der interessantesten Liga der Welt passt da ins Konzept. Und die Champions League gibt es nächstes Jahr ja auch noch....

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