"Wenn
Japan nicht zurückweicht, müssen wir in den Krieg ziehen"

 "Wenn
Japan nicht zurückweicht, müssen wir in den Krieg ziehen"

Die Japan-feindlichen Proteste in China sind am Wochenende eskaliert. In Shenzhen setzte die Polizei Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten ein. Japanischen Medienberichten zufolge wurden ein Dutzend Fabriken japanischer Konzerne im Osten der Volksrepublik angegriffen, darunter auch Werke von Panasonic.

* Demonstranten in Peking fordern Kriegserklärung
* Panasonic-Fabriken angegriffen
* Dienstag in China Gedenktag für Opfer des Zweiten
Weltkriegs
Zudem seien Autohäuser von Toyota in Flammen aufgegangen. In Peking belagerten Demonstranten am
Sonntag erneut die japanische Botschaft, viele forderten eine
Kriegserklärung. Hintergrund ist der Streit um eine unbewohnte
Inselgruppe, die beide Staaten beanspruchen. Der chinesische
Künstler und Dissident Ai Weiwei warf der Regierung vor, die
Demonstrationen abgesegnet zu haben.

In Peking ging die Polizei in sechs Reihen vor der
japanischen Botschaft in Stellung, um die diplomatische
Vertretung zu schützen. Wütende Demonstranten warfen
Wasserflaschen und skandierten anti-japanische Parolen. "Wenn
Japan nicht zurückweicht, müssen wir in den Krieg ziehen", sagte
ein 19-jähriger Student. Ein 25-jähriger Verkäufer warf der
Regierung vor, nicht entschlossen genug zu handeln. Viele
Demonstranten trugen Bilder des Revolutionsführers Mao Zedong,
was auch als Kritik an der heutigen Regierung verstanden werden
kann.

Insgesamt wurden aus mindestens fünf chinesischen Städten
Proteste gemeldet. In Shanghai zogen etwa 1500 Demonstranten zum
japanischen Konsulat, wo die Polizei sie in kleinen Gruppen
vorließ. Die japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei" berichtete
von Angriffen auf zwei Panasonic-Werke in Qingdao und Suzhou am
Samstag. Das Unternehmen werde erst den Schaden prüfen, bevor es
entscheide, ob die Fertigung wieder aufgenommen werde. Japans
Ministerpräsident Yoshihiko Noda rief die chinesische Regierung
auf, die Sicherheit seiner Landsleute und der japanischen
Fabriken zu gewährleisten.

In Chengdu versuchten 2000 Menschen das US-Konsulat zu
stürmen. Die Demonstranten erklärten, man wolle sich bei der
amerikanischen Regierung Gehör verschaffen.

PROTESTE KÖNNTEN BIS ZUM GEDENKTAG AM DIENSTAG ANHALTEN

Der Künstler Ai Weiwei schaute sich in Peking die Proteste
an. Anschließend sagte er Reuters, die Regierung und die Polizei
hätten dazu ihren Segen gegeben. "In China gibt es keine
Proteste, die von der Bevölkerung organisiert werden.", sagte
er. "Die Bürger Chinas müssen sich bei der japanischen Regierung
bedanken, denn sie können zum ersten Mal eine große
Demonstration im eigenen Land abhalten."
Der seit langem schwelende Streit dreht sich um eine
unbewohnte Inselgruppe im ostchinesischen Meer. Die Inseln
werden in China Diaoyu und in Japan Senkaku genannt. Sie liegen
in fischreichen Gewässern, zudem werden umfangreiche
Energie-Vorkommen unter dem Ozean vermutet. Die japanische
Regierung kaufte am Dienstag trotz eindringlicher Warnungen
Chinas die Inseln einem privaten Besitzern ab. Die Regierung in
Peking entsandte daraufhin am Freitag sechs Überwachungsschiffe.
Die Demonstrationen könnten noch länger anhalten: In China wird
am 18. September alljährlich der Opfer der japanischen Besatzung
während des Zweiten Weltkriegs gedacht. Damals wurden Millionen
Chinesen getötet.

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