Weltwirtschaftsforum Davos: Aufschwung statt Krise

Weltwirtschaftsforum Davos: Aufschwung statt Krise

Die Diskussionen um die Finanzkrise haben ein Ende. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos herrscht der Optimismus vor. Den Wirtschaftsexperten ist jedoch bewusst, dass der Aufschwung noch auf wackeligen Beinen steht. IWF-Chefin Christine Lagarde warnt vor dem "Deflationsungeheuer".

Davos 2014: Ganz neue Töne sind zu hören: Das Zauberwort "Aufschwung" dürfte dieses Jahr beim traditionellen Treffen in den Schweizer Bergen, wo wieder die Elite aus Finanzwelt und Politik zusammenkommt, allgegenwärtig sein. Seit Jahren hat sich auf dem Weltwirtschaftsforum alles nur um die Folgen der Finanzkrise gedreht. Mit der Erholung in den USA, dem Ende der Rezession in der Euro-Zone und den ausgerufenen Wirtschaftsreformen in China steht das Treffen nun aber unter einem günstigeren Stern. Notenbanker werden ihre Rezepte austauschen, wie sie zur Gesundung der Weltwirtschaft beitragen wollen. EZB-Chef Mario Draghi & Co steht in der Übergangsphase eine Gratwanderung bevor. Weil die Erholung in den Währungsräumen unterschiedlich verläuft, müssen sie jeweils eigene Wege finden und dabei vielfach Neuland betreten.

"Während die US-Notenbank geldpolitisch auf Normalisierungskurs ist, um eine Kreditblase zu vermeiden, versucht China mit Finanzmarktreformen gerade, die Luft herauszulassen", meint Deutsche-Bank-Ökonom Michael Spencer. Beide Strategien könnten ein nachhaltiges Wachstum gefährden. Zuletzt hatte die Zentralbank in Peking aber notgedrungen Milliarden ins System pumpen müssen, um Engpässe am Geldmarkt zu verhindern. China gilt als Lokomotive der Weltwirtschaft. So wird sich das Forum eingehend mit der Frage beschäftigen, wie die Strukturreformen im Reich der Mitte die Zukunft des asiatischen Riesen und die gesamte Weltwirtschaft verändern werden. Auch ein Mitglied aus der chinesischen Führungsebene hat sich im Nobel-Skiort angesagt - wer genau, wurde bis zuletzt aber geheim gehalten.

Pfad zur Stabilität

Bekannt ist hingegen, dass Draghi am Freitag im Kongress-Center von Davos über den "Pfad von der Krise zur Stabilität" sprechen wird. Anders als in den USA, wo sich die Notenbanker angesichts des Aufschwungs für einen Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes entschieden haben, erwägt Draghi neue Krisenmittel im Kampf gegen die Kreditklemme in weiten Teilen der Währungsunion und die für ihn zu niedrige Inflation.

Draghi, der noch voriges Jahr in Davos wegen seiner Londoner Garantie-Erklärung für den Euro als Retter gefeiert wurde, steht dabei vor einer schwierigen Aufgabe: Es gilt, die Euro-Zone vor japanischen Verhältnisse zu bewahren - also einer Phase sinkender Preise mit verheerenden wirtschaftlichen Folgen. Draghi betont, diese Gefahr bestehe nicht. Doch die Krisenländer im Süden, die mit niedrigeren Preisen an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen, könnten in eine Deflationsfalle geraten, meint Andrew Bosomworth vom Investmenthaus Pimco.

Das Deflationsgespenst geht um

Auch IWF-Chefin Christine Lagarde, die am Donnerstag in Davos sprechen wird, hat bereits vor dem "Deflationsungeheuer" gewarnt. Japan hat es gerade gebändigt, wie die Regierung jüngst stolz verkündete. Regierungschef Shinzo Abe, der in der Schweiz ebenfalls mit von der Partie ist, hatte unter anderem dafür gesorgt, dass die Notenpresse im Land noch stärker rotierte.

Diese jenseits des Leitzinses betriebene Politik der quantitativen Lockerung sieht der scheidende US-Zentralbankchef Ben Bernanke als bewährtes Instrument zum Ankurbeln der Konjunktur in Krisenzeiten. Mit einem Bonmot rechnete er jüngst mit seinen Kritiker ab, die darin die Saat für künftige Vermögenspreisblasen sehen: Das Problem mit der quantitativen Lockerung sei, dass sie in der Praxis funktioniere, "nicht aber in der Theorie", frotzelte Bernanke. US-Finanzminister Jack Lew dürfte darauf angesprochen werden - auf dem ersten Treffen in Davos nach der Abkehr von der ultra-lockeren US-Geldpolitik.

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