Was aus der US-Staatshilfe wurde…

Was aus der US-Staatshilfe wurde…

Unternehmen wie GM, AIG oder Bank of America, haben die Finanzkrise im schlimmsten Fall verursacht, im besten Fall nur verschärft. Inzwischen notieren sie wieder im S&P 500 und erwirtschaften Gewinne in Milliarden-Höhe. Hedgefonds machen über ihre Investitionen in die Krisen-Mütter Fannie Mae und Freddie Mac gewaltige Profite. Alles wie gehabt, also? Nicht ganz.

50 Milliarden US-Dollar an Hilfsgeldern sind 2008 in den US-Automobilsektor geflossen. General Motors (GM) wurde notverstaatlicht (und inzwischen wieder privatisiert). Beinahe vergessen? Kein Wunder. Denn die Gelder wurden gut eingesetzt.

Alleine im abgelaufenen Quartal hat GM 1,3 Milliarden US-Dollar an Gewinn erwirtschaftet. Doch damit nicht genug: In Europa und China wollen die Amerikaner vier, respektive elf Milliarden Dollar, in den Vereinigten Staaten bis 2016 rund 16 Milliarden investieren. Die Marktkapitalisierung lag zuletzt bei knapp 50 Milliarden US-Dollar. Genug, um vor wenigen Wochen den Wiedereinstiege in den S&P 500 zu schaffen.

Die Aktie ist inzwischen so gut gelaufen, dass die US-Regierung erneut Aktien von GM verkauft und somit ihren Anteil am US-Autobauer weiter verringert hat. 30 Millionen Aktien wurden im Zuge der Wiederaufnahme in den Aktienindex S&P 500 von Washington abgestoßen. Zusammen mit dem geplanten Verkauf von 20 Millionen Aktien durch die Autoarbeitergewerkschaft UAW beläuft sich die GM-Verkaufsaktion auf 50 Millionen Aktien.

Ähnlich erfolgreich lief die Stützung der Bank of America ab. Das Too-Big-To-Fail-Institut musste, ebenfalls 2008 zu Kreuze kriechen und Hilfskredite über 50 Milliarden US-Dollar in Anspruch nehmen. Fünf Jahr später fuhren die Banker im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 3,6 Milliarden Dollar ein und haben den Wert ihrer Aktie seit ihrem Krisentief im Jahr 2009 um 320 Prozent steigern können. Also alles gut für die Bank of America-Anleger? Das kommt, wie immer auf den Zeitraum an. Denn wer kurz vor der Rettung im Jahr 2008 BoA-Aktien gekauft und geglaubt hat, die Aktie wäre ein Investment wert, sitzt immer noch auf einem Verlust von rund 50 Prozent.

Marktverzerrung bis in die Gegenwart

Auch wettbewerbstechnisch und ökonomisch darf der Erfolg dieser Rettungsaktionen, quer über die Sektoren, durchaus hinterfragt werden. Zwar waren die Hilfskredite etwa für GM mit enormen Sparauflagen verbunden, dennoch hat Washington GM internationalen Konkurrenten wie VW aber auch nationalem Mitbewerb wie Ford einen subventionierten Wettbewerbsvorteil verschafft. Der Wettbewerbsvorteil setzt sich übrigens bis in die Gegenwart fort, wie man am Vergleich der Kennzahlen sehen kann. GM verfügt für das laufende Jahr über ein geschätztes KGV von 7,9, die internationale KFZ-Peer Group in der die wichtigsten Konkurrenten, wie Volkswagen oder Nissan vertreten sind, bringt es auf 11,1.

Persönlich wenig hatten Anleger von der Rettung der zwei Kreditvergabe-Giganten Fannie Mae und Freddie Mac – ändern wird sich daran auch in Zukunft kaum etwas. Abgesehen von der Tatsache, dass das Einspringen des Staates womöglich einen wirtschaftlichen GAU mit erheblichen Konsequenzen wie Ende der 20-er Jahre des vorigen Jahrhunderts nach sich gezogen hätte, haben vor allem Hedgefonds von der Rettung profitiert. Die Aktien der Unternehmen sind nicht frei handelbar, haben aber seit der staatlichen Eingriffe und den darauf folgenden Tiefs hunderte Prozent an Wert gewonnen.

Hilfsgelder zurückgezahlt

Die gute Nachricht für die US-Steuerzahler: Über diese Papiere sind an Washington Dividenden geflossen, die zuletzt kumuliert 131 Milliarden Dollar ausgemacht haben. Noch für dieses Jahr wird erwartet, dass die 181 Milliarden-Dollar-Grenze geknackt und damit die Hilfsgelder aus Washington zurückgezahlt sind. Käme es dann zu einem Börsengang würden sich Hedgefonds, die diverse Vorzugsaktien günstig eingekauft haben, eine noch goldenere Nase verdienen. Denn spätestens mit einem Einzug in den S&P 500 à la AIG und Ford, müssten institutionelle Investoren diese Papiere aufgrund bindender Anlagestrategien ebenfalls ins Portfolio legen. Das alleine würde weitere Kursgewinne garantieren.

Wirtenlose Rechnung

Allein', diesmal dürften Hedgisten wie Perry Capital und Fairholme Fund die Rechnung ohne den Wirten gemacht haben. Denn laut einer Analyse des Finanzmagazins Barron’s wird Washington andere Pläne verfolgen und die beiden Mortgage-Riesen in einer völlig neuen, nicht börsennotierten Konstruktion aufgehen lassen. Seit ihrem Zwischenhoch haben die Vorzugsaktien der beiden Firmen wieder deutlich an Wert verloren. Kein Wunder, dass Perry, Fairholme und andere Fonds gerichtlich gegen diese Strategien vorgehen wollen, würden diese doch zu weiteren Kursverlusten bei den Fannie- und Freddie-Vorzugsaktien führen.

Ein Schelm, wer da Schadenfreude empfindet.

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