Warum die USA nicht Griechenland sind

Warum die USA nicht Griechenland sind

Während die Staatsverschuldung der weltgrößten Volkswirtschaft von weniger als 9 Billionen Dollar 2007 auf mehr als 16 Bill. Dollar (12,3 Billionen Euro) hochgeschnellt ist, fallen die Kreditkosten des Landes immer tiefer.

Zehnjährige Staatsanleihen rentierten am 25. Juli auf dem Rekordtief von 1,379 Prozent, verglichen mit mehr als fünf Prozent Mitte 2007, vor der Finanzkrise. Die niedrigen Renditen haben auch die Zinsen für Hypotheken, Auto- und Unternehmenskredite auf historische Tiefstände fallen lassen.

Die USA konnten vier Haushaltsdefizite im Volumen von jeweils mehr als einer Billion Dollar in Folge mit überaus niedrigem Zinsaufwand finanzieren. “Der Markt ist definitiv nicht besorgt, dass die USA zu einem Griechenland werden könnten”, sagt Anthony Valeri, ein Marktstratege bei LPL Financial in San Diego. Griechenland vollzieht in diesem Jahr die größte Schuldenrestrukturierung in der Geschichte, nachdem die Renditen zehnjähriger Bonds auf mehr als 30 Prozent geklettert waren.

US-Treasuries gelten als sicherer Hafen in Krisenzeiten oder wenn eine Rezession droht. Angesichts der anhaltenden Staatsschuldenkrise in Europa und der drohenden Fiskalklippe in den USA fließt derzeit eine Menge Geld in die US-Staatspapiere, wodurch die Renditen weiter sinken. Teilnehmer am Bondmarkt sehen deutlich mehr Manövrierfreiheit der USA für künftige Kredite als die Politiker in Washington.

Mit der Fiskalklippe sind automatisch am Jahresende in Kraft tretende Steuererhöhungen und Sparmaßnahmen im Volumen von 607 Mrd. Dollar gemeint. Voraussetzung dafür, dass es dazu kommt, ist jedoch, dass sich Demokraten und Republikaner nicht auf einen Kompromiss einigen können, um dies abzuwenden.

Auch wenn die Auswirkungen der Maßnahmen auf ein Jahr verteilt werden, würde die Reduktion zu schnell erfolgen, warnt Steven Rattner, Chairman von Willett Advisors LLC und früherer Berater von Finanzminister Timothy F. Geithner. “Die Fiskalklippe ist ein drakonisches Schlachtbeil zur Defizitreduzierung, was wir jedoch eher brauchen ist ein Skalpell”, sagt Rattner.

Verschuldung über 70 Prozent des BIP

Die Verschuldung der USA ist erstmals seit 1950 über die Marke von 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gestiegen, wie aus Daten des Haushaltsausschusses des Kongresses hervorgeht. Früher oder später könnte dem Land eine plötzlich auftretende Fiskalkrise drohen, erklärte der Ausschuss im Juni.

Der Haushaltsplan von Präsident Barack Obama sieht vor, dass die Steuern für Spitzenverdiener angehoben und einige Ausgaben - vor allem im Rüstungsbereich - reduziert werden. Dadurch soll der Verschuldungsgrad bei 76 Prozent des BIP über die nächsten zehn Jahre stabilisiert werden.

Die Republikaner hingegen fordern eine umfassende Reform der Steuern und von Programmen wie Medicare und Medicaid zur Gesundheitsvorsorge.

Nach Ansicht von Richard Kogan, Senior Fellow beim Center on Budget and Policy Priorities in Washington, das sich für die Schuldenreduzierung einsetzt, sollte dies in einer Weise erreicht werden, dass dadurch nicht “reale Bedürfnisse der Bevölkerung geopfert” werden. Das Ziel sollte seiner Ansicht nach sein, die Verschuldung in Relation zur Wirtschaftsleistung zu stabilisieren.

Marktdaten deuten darauf hin, dass den USA mehr Raum bleibt, um Geld auszuleihen und dadurch verschiedene Investitionen zu finanzieren. So kann verhindert werden, dass Schritte zu schnell unternommen und die wirtschaftliche Erholung gefährdet werden.

“Wenn es um Dich und mich ginge und die Entscheidung wäre, ob wir Geld leihen und diese Dinge durchführen sollen, würden wir dies meiner Meinung nach sicher tun”, sagt Kit Juckes, Leiter Devisenanalyse bei Societe Generale SA in London, im Telefoninterview. “Der Markt sagt, dass es einen Unterschied macht, welche Maßnahmen wir einer kleinen offenen Volkswirtschaft aufzwingen oder der wichtigsten Reservewährung der Welt. So ist das eben.”

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