Warum es Piloten bei Ryaniar nicht aushalten

Warum es Piloten bei Ryaniar nicht aushalten

Knapp jeder dritte Pilot wolle das Unternehmen innerhalb des nächsten Jahres verlassen, sollte Ryanair sein Personal nicht besser behandeln und bezahlen, teilte die Ryanair Pilot Group auf der Luftfahrtmesse ILA in Schönefeld bei Berlin mit. Der Pilotenzusammenschluss berief sich auf eine Umfrage unter 1.100 Kollegen.

Die Billigairline akzeptiert keine Gewerkschaft

Mit der deutschen Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) kritisierten die Kapitäne zudem, dass Ryanair keine gewählten Arbeitnehmervertretungen akzeptiere. "Ohne eine von den Piloten selbst legitimierte Vertretung lassen sich die Probleme nicht lösen", sagte der Vorsitzende des Ryanair-Pilotenrates, Evert van Zwol. Darüber gibt es schon lange Streit bei dem Unternehmen.

500 Piloten sind schon gegangen

In den vergangenen 18 Monaten haben nach VC-Angaben bereits bis zu 500 Piloten Ryanair verlassen. Laut der Umfrage können 95 Prozent der Piloten keinen regulären Sommerurlaub nehmen. Das mache Ferien mit der Familie praktisch unmöglich, erklärte Van Zwol. 29 Prozent gaben an, mit ihrem derzeitigen Stationierungsort unzufrieden zu sein. Kritisiert wurde auch, dass nur etwa ein Viertel der Piloten, die für Ryanair fliegen, direkt bei dem Unternehmen angestellt seien.

Management schaltet seit Jahren auf Stur

Schon vor Jahren klagten Piloten über extrem hohes Arbeitspensum, trotz mitunter nicht vorhandener Pausen zwischen den Flügen nur kleine Snacks auf ihren Flügen, karge Unterkünfte und die Beschäftigung von Piloten mit teilweise geringer Erfahrung zu günstigen Konditionen.

Das sich an der Haltung des Ryanair-Managements etwas ändert, ist wohl nicht zu erwarten. Piloten kämpfen seit Jahren vergeblich um menschlichere Arbeitsbedingungen. So hat die Ryanair Pilot Group (RPG) auch im Vorjahr auf ihre Nöte aufmerksam gemacht.

Der deutsche TV-Sender „ARD” strahlte dazu im Vorjahr eine 45-minütige Dokumentation mit dem Titel „Risiko Billigflieger” aus. Allerdings ist der Beitrag in der Mediathek von ARD derzeit nicht abrufbar.

Kranke Piloten fliegen aus Angst vor Kündigung

Erst im Vorjahr kam Ryaniar in die Schlagzeilen als es Vorwürfe gab, die Airline setze Piloten unter Druck, weniger Sprit als geplant zu tanken um Gewicht und Kosten zu sparen und nur gerade noch die gesetzlich vorgeschriebene Mindestreibstoffmenge zu erreichen. Zudem würden unter Druck gesetzte Mitarbeiter aus Angst vor Einkommens- oder Jobverlusten selbst bei Unwohlsein noch fliegen, anstatt sich krank oder „unfit to fly” zu melden, so das österreichische Luftfahrtmagazin Austrian Wings in einem Bericht vom Vorjahr.

2012 landete das Unternehmen auch bei einer Umfrage unter Passagieren auf dem letzten Platz. Ryanair-Kunden kritisierten in erster Linie die „unüberschaubare Preispolitik bei den Zusatzdienstleistungen”, die in vielen Fällen deutlich teurer seien als das Flugticket selbst.

Management arbeitet laut Pilot mit Überwachung, Angst und Einschüchterung

Die Personalpolitik von Ryanair ist laut einem Bericht von Austrian Wings seit Jahren umstritten. In einer Mitte November 2012 vom „Westdeutschen Rundfunk” ausgestrahlten Reportage, kam unter anderem ein Ryanair-Pilot zu Wort, der seinen Arbeitgeber in drei Worten wie folgt beschrieb: “Überwachung, Angst, Einschüchterung”.

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