Warum die Boni-Beschränkung für Banker nach hinten losgehen könnte...

Warum die Boni-Beschränkung für Banker nach hinten losgehen könnte...

Davor warnen einige Beobachter. Sie verweisen darauf, dass es unter Umständen zu einem starken Anstieg der Festgehälter in der europäischen Finanzbranche kommen könnte. Außerdem drohten Wettbewerbsnachteile für die Banken der EU.

Vertreter des Europäischen Parlaments und der EU-Staaten hatten sich in der vergangenen Woche geeinigt, Bonuszahlungen über dem zweifachen Festgehalt künftig zu verbieten. Der Vorschlag muss nun allerdings noch vom Parlament und den einzelnen Ländern ratifiziert werden.

“Mit großer Sicherheit werden die Festgehälter deutlich steigen. Das gibt den Banken weniger Flexibilität, wenn sie Boni reduzieren oder zurückfordern wollen, falls dies nötig wird”, sagte Jon Terry, Gehaltsexperte bei PricewaterhouseCoopers LLP in London. “Das Versäumnis, Ausnahmen für die außerhalb der EU angestellten Mitarbeiter vorzusehen, ist ein Schlag ins Gesicht für die großen Banken der EU. Sie müssen sich jetzt in New York oder auch Hongkong dem Wettbewerb mit Nicht-EU-Banken stellen, während ihnen zugleich die Hände gebunden sind.”

Die City of London, der Finanzdistrikt der britischen Hauptstadt, ist laut dem Beratungsunternehmen Z/Yen Group das weltgrößte Finanzzentrum. Unternehmen wie Deutsche Bank, UBS und Credit Suisse steuern von hier aus ihre europäischen Wertpapiergeschäfte. Rund die Hälfte der europäischen Investmentbank-Aktivitäten wird über London abgewickelt, zeigen Erhebungen der Bank-Lobby-Gruppe TheCityUK. Den Angaben zufolge generierten die britischen Finanzfirmen fast zwölf Prozent der Steuereinnahmen des Landes in den Jahren 2011 bis 2012.

“Wir müssen die Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit wohl berücksichtigen”, sagte Jean-Christophe Gray, Sprecher des britischen Premiers David Cameron. Laut seinen Worten würden kleinere Bonuszahlungen mit größeren Grundgehältern einhergehen. Und diese müssten weder verzögert ausgezahlt werden, noch seien sie Gegenstand von Rückforderungen.

Viele Banken haben bereits damit begonnen, den Anteil des Grundgehaltes an der Gesamtvergütung zu erhöhen. Angestoßen wurde die Entwicklung von regulatorischen Beschränkungen etwa in Frankreich und Großbritannien, die festlegten, wann in welcher Form entlohnt werden darf.

Die UBS, Nummer eins unter den Schweizer Banken, steigerte die Grundgehälter für führende Mitarbeiter im Investmentbannking in 2009 um durchschnittlich etwa 50 Prozent. In demselben Jahr verdoppelte Citigroup Inc. die Grundgehälter der meisten der in London tätigen Managing Directors auf rund 400.000 Dollar. Auch Credit Suisse, Deutsche Bank und Barclays Plc. erhöhten Gehälter und beschnitten Boni.

Die Deutsche Bank hatte ihren Mitarbeiter erklärt, sie werde eine Obergrenze von 300.000 Euro bei den in diesem Jahr gezahlten Boni einführen, wie Bloomberg News im Februar aus informierten Kreisen erfuhr.

“Wir schauen uns gerade die Details des Gesetzentwurfes an, welcher unsere Wettbewerbsfähigkeit und unsere Möglichkeit, talentierte Mitarbeiter an Bord zu holen, beeinflussen könnte - angesichts der globalen Natur unseres wachsenden Geschäftes”, sagte Shaun Gamble, Sprecher der britischen Standard Chartered Plc in London gegenüber Bloomberg News.

“Der Teufel steckt im Detail”, erklärte Mark Boleat von der lokalen Regierung des Londoner Finanzbezirks, “aber die Entfernung von Flexibilität in den Vergütungsvereinbarungen in dieser hochgradig zyklischen Branche würde gegen die Intuition gehen - das gilt besonders dann, wenn das alles zu höheren Festgehältern führt.”

Brüssel gibt sich unbeirrt. Es wird keine Ausnahmen zu den Regeln geben, sagte beispielsweise Othmar Karas, der stellvertretend für das Europäische Parlament an den neuen Bonus-Regeln mitgearbeitet hat.

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