Vor dem EU-Beitritt: Medien schießen sich auf Kroatien ein

Vor dem EU-Beitritt: Medien schießen sich auf Kroatien ein

Nur wenige Wochen vor dem EU-Beitritt am 1. Juli nehmen internationale Medien das Land genau unter die Lupe, mit teilweise vernichtenden Urteilen. So fragte die deutsche „Bild“, ob Kroatien das „neueste Milliarden-Grab der EU“ werde, der „Economist“ und andere Medien thematisierten die schlechte wirtschaftliche Lage, die Korruption und das eingefrorene Verhältnis zu Serbien.

Milanovic ist nun um eine Imagekorrektur bemüht, Hilfe bekommt er dabei auch aus Österreich. „In der EU werden wir sehr um unser Ansehen kämpfen müssen, das im Zuge der Ereignisse in den vergangenen Jahren schwer beschädigt wurde“, sagte Milanovic in einer Regierungssitzung diese Woche. Kroatien werde teilweise als korruptes Land, in dem der Nationalismus regiert, wahrgenommen. Er sparte auch nicht an Selbstkritik: „Wenn wir uns als westliche Gesellschaft wahrnehmen und uns damit brüsten, der westlichen Zivilisation anzugehören, dann müssen wir nach diesen Regeln spielen“, so Milanovic.

Hannes Swoboda, Klubchef der Sozialisten im EU-Parlament sagte zu den Vorwürfen in „Bild“, wonach Kroatien das nächste Land sei, das mit EU-Mitteln gerettet werden müsse: „Das ist eine ausländerfeindliche Haltung von Medien, die den Unterschied zwischen einer Mitgliedschaft in der Eurozone und außerhalb nicht kennen“, so Swoboda zu "Vecernji list". Man solle den Artikel, der Teil einer breiten und jahrelangen Kampagne mancher Medien gegen die Länder Südeuropas sei, „nicht ernst nehmen“, so Swoboda. Kroatien hat als Nicht-Euro-Land keinen Anspruch auf Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds ESM.

Auch der deutsche Außenminister Guido Westerwelle nahm das Land in Schutz: "Bei Kroatien wurde nicht im geringsten nachgegeben – die Kriterien und Bedingungen waren klar und der Staat musste sie erfüllen“, antwortete er auf Medienberichte, die Kroatiens Bereitschaft zum EU-Beitritt infrage stellten.

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