USA: Etatkürzungen schlagen beim Militär ein

USA: Etatkürzungen schlagen beim Militär ein

Mehr als die Hälfte der Gesamteinsparungen von 85 Milliarden Dollar (65,38 Mrd. Euro), nämlich 46 Milliarden Dollar, entfallen auf das Verteidigungsministerium. Der neue Ressortchef Chuck Hagel hält deswegen die Einsatzbereitschaft der Truppen der Weltmacht USA für gefährdet.

Während für die Soldaten keine direkten Kürzungen, etwa beim Sold, vorgesehen sind, müssen sich die etwa 800.000 zivilen Angestellten des Pentagon auf finanzielle Einschnitte vorbereiten. Ihre Arbeitszeit wird ab April verringert, über Monate hinweg müssen sie auf 20 Prozent ihres Gehalts verzichten. Gerade für die Zivilisten und deren Familien seien die Einsparungen schmerzhaft, bedauert Hagel.

Die Soldaten bekommen die Einschnitte auf andere Weise zu spüren. Übungseinheiten werden für fast alle Bodentruppen "drastisch" gekürzt, wie der oberste General des Heeres, Ray Odierno, sagte. Ausgenommen sind nur die Soldaten, die in Afghanistan eingesetzt werden.

Die Marine stellt sich wiederum darauf ein, die Einsatzzeit ihrer Schiffe auf See um 30 bis 35 Prozent zu kürzen. Die anstehende Wartung von etwa 30 der insgesamt 285 Schiffe fällt aus. Zudem wurde die geplante Entsendung eines zweiten Flugzeugträgers in den Persischen Golf abgesagt. Mehrere Hundert Marineflugzeuge sollen nach und nach ein Startverbot bekommen.

200.000 Flugstunden weniger

Auch bei der Luftwaffe wird deutlich weniger geflogen. Etwa 200.000 Flugstunden fallen in den nächsten Monaten aus. Hagels Stellvertreter Ash Carter macht die langfristigen Folgen deutlich: "Wenn ein Kampfpilot über längere Zeit nicht trainiert, verliert er seine Qualifikation und darf irgendwann gar nicht mehr fliegen", sagt er. Danach sei ein langer Prozess nötig, um die Flugerlaubnis zurück zu erlangen.

Die Veränderungen beim Militär beginnen im April und dauern zunächst bis zum Ende des Haushaltsjahres im September. Hagel zufolge haben die Einsparungen "enorme Auswirkungen auf die Ausbildung und die Einsatzbereitschaft". Die finanzielle Unsicherheit gefährde "unsere Fähigkeit, alle unsere Missionen wirksam auszuführen".

Experten zeigen sich weniger besorgt. Die automatischen Kürzungen hätten keine Auswirkungen "auf unsere Fähigkeit, auf die Bedrohungen, denen wir uns gegenübersehen, zu reagieren", sagt Lawrence Korb von der Georgetown Universität. Auch Todd Harrison vom Forschungsinstitut Center for Strategic and Budgetary Assessments urteilt, die Einschnitte seien keine "Katastrophe". Das Problem sei weniger das Ausmaß der Einsparungen, sondern vielmehr deren "Brutalität und mangelnde Flexibilität".

Mildern könnte die Lage der US-Kongress. Er kann die Einschnitte jederzeit stoppen, wenn sich die Parteien auf einen neuen Kompromiss einigen. Die Hoffnungen auf eine Einigung zwischen Demokraten und Republikanern richten sich jetzt vor allem auf Verhandlungen über einen Budgetplan für die Staatsfinanzierung im restlichen Haushaltsjahr 2013, der bis Ende März stehen muss.

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