USA und China im südchinesischen Meer auf Kollisionskurs

USA und China im südchinesischen Meer auf Kollisionskurs

Im Südchinesischen Meer kam es fast zu einer Kollision zwischen einem chinesischen Kriegsschiff und einem US-Kreuzer, wie die amerikanische Marine am Wochenende mitteilte.

Die "USS Cowpens" war demnach vor gut einer Woche in der Nähe von Chinas einzigem Flugzeugträger "Liaoning" unterwegs, als sich ihre Besatzung wegen eines weiteren Kriegsschiffes der Volksrepublik zu einem Ausweichmanöver gezwungen sah. Nach Angaben von Sicherheitsexperten war es der schwerste Vorfall zwischen der amerikanischen und der chinesischen Marine im Südchinesischen Meer seit 2009.

China erhebt Ansprüche sowohl auf große Teile des Süd- als auch auf das weiter nördlich gelegene Ostchinesischen Meeres, was andere Anrainer ablehnen. In der Region werden Bodenschätze vermutet. Die Lage spitzte sich erheblich zu, nachdem die Führung in Peking vor einem Monat im Ostchinesischen Meer eine Luftverteidigungszone verhängte, für deren Durchquerung ausländische Maschinen Flugpläne und andere Informationen einreichen sollen.

Das Auftreten Chinas hat Befürchtungen geschürt, dass selbst ein kleiner Zwischenfall rasch eskalieren könnte. Sowohl Japan als auch China ließen in den vergangenen Monaten Kampfjets über den umstrittenen Regionen aufsteigen und entsandten Kriegsschiffe, um ihre Ansprüche deutlich zu machen.

Japan kritisiert Chinas vorgehen scharf

Japan und die südostasiatischen Länder riefen am Samstag dazu auf, die Freiheit auf See und in der Luft zu achten. Die Erklärung des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe und der übrigen Staats- und Regierungschefs des Asean-Verbundes richtete sich zwar nicht explizit an China. Bei einer Pressekonferenz wurde Abe aber deutlich: Die von China ausgerufene Luftverteidigungszone verstoße gegen das Völkerrecht. Japan verlange, dass China alle derartigen Maßnahmen einstelle.

Die Volksrepublik wies die Kritik am Sonntag scharf zurück: Abe habe eine internationale Veranstaltung missbraucht, um China boshaft zu verleumden, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking.

US-Militärkreise: Motiv chinesischer Besatzung unklar

Die Beinahe-Kollision im Südchinesischen Meer ereignete sich nach Angaben der US-Marine am 05. Dezember. Die Besatzungen der Schiffe hätten schließlich von Brücke zu Brücke miteinander geredet, worauf beide Schiffe Ausweichmanöver gefahren seien. Unklar blieb, ob sich das chinesische Kriegsschiff der "USS Cowpens" in aggressiver Absicht näherte. Über die Motive der chinesischen Besatzung wolle man nicht spekulieren, sagte ein US-Militärvertreter. Die USA hätten den Vorfall auf hoher Ebene mit China angesprochen, berichtete die US-Militärzeitung "Stars and Stripes" unter Berufung auf Diplomaten.

Der Flugzeugträger "Liaoning" ist noch nicht voll bewaffnet und wird bisher zur Ausbildung genutzt. Er wurde von mehreren weiteren Kriegsschiffen eskortiert, darunter zwei Zerstörer und zwei Fregatten. China hatte die "Liaoning" kurz nach der Verhängung der Luftverteidigungszone ins Südchinesische Meer entsandt. Die Zone erstreckt sich rund um eine Gruppe winziger Inseln im Ostchinesischen Meer, die von Japan verwaltet werden. China erhebt ebenfalls Anspruch auf die Inselgruppe. Die USA und ihre Verbündeten lehnen die Zone ab.

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