US-Notenbank übt sich in Zweckoptimismus

US-Notenbank übt sich in Zweckoptimismus

Die US-Notenbank hat sich überraschend optimistisch zur heimischen Konjunktur geäußert. Die US-Wirtschaft sei in den vergangenen beiden Monaten gewachsen und auch der Arbeitsmarkt zeige eine zumindest sehr leichte Aufwärtstendenz, hieß es im Konjunkturbericht der Federal Reserve für den Zeitraum Anfang April bis Ende Mai.

Zudem gebe es kaum Inflationsdruck, was auch mit den gesunkenen Preisen für Energie zu tun habe, Im vorherigen Beige Book hatte es geheißen, steigende Energiekosten würden Produzenten und Verbraucher verunsichern. Zudem stehen die Äußerungen zum Arbeitsmarkt im Kontrast zum jüngsten Arbeitsmarktbericht.

An der Wall Street kam das Beige Book gut an. Die US-Börsen hielten ihre Zugewinne auch nach dessen Veröffentlichung und legten im späten Handel noch weiter zu.

"Die Wirtschaft schwächelt nicht in dem Maße, wie es der Arbeitsmarktbericht vom vergangenem Freitag glauben machen könnte", sagte der Volkswirt Stephen Stanley von Pierpont Securities zum Beige Book. In der weltgrößten Volkswirtschaft waren dem Bericht zufolge im Mai nur 69.000 neue Jobs entstanden, so wenig wie seit einem Jahr nicht mehr. Die Arbeitslosenquote stieg auf 8,2 Prozent.

Sollte sich der Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten nicht spürbar erholen, dürfte dies die Wiederwahl-Chancen von Präsident Barack Obama schmälern. Zu Beginn von Obamas Amtszeit kletterte die Arbeitslosenquote auf zehn Prozent. Danach ging sie zwar spürbar zurück, liegt aber immer noch um zwei Prozentpunkte über dem Schnitt der vergangenen 50 Jahre.

Einige Ökonomen gehen davon aus, dass die US-Notenbank ihr Programm zum Ankauf von Staatsanleihen neu auflegen könnte, um der Wirtschaft zu helfen. Mit Spannung warten die Investoren nun auf eine Anhörung von US-Notenbankchef Ben Bernanke am Donnerstag vor einem Ausschuss des US-Kongresses. Das nächste Mal entscheidet die Fed am 20. Juni über ihren weiteren Kurs. Laut der jüngsten Reuters-Umfrage rechnen 35 Prozent der befragten Händler mit einer Verlängerung der sogenannten "Operation Twist". Dabei handelt es sich um eine Umschichtung des Anleiheportfolios, bei der kurzfristige durch langfristige Anleihen ersetzt werden. Durch diesen Schritt könnte die Fed die langfristigen Zinsen weiter drücken und so die Wirtschaft ankurbeln. Das Programm läuft im Juni aus.

Eine steigende Tahl von Beobachtern hält auch eine dritte Runde von Staatsanleihenkäufen - im Fachjargon Quantitative Easing (QE3) genannt - für möglich. Die Spekulationen an den Märkten über QE3 hatten zuletzt nach überraschend schwachen Arbeitsmarktdaten neue Nahrung bekommen. Zuletzt hatten allerdings mehrere hochrangige US-Notenbanker erklärt, sie sähen noch keinen Grund für einen zusätzlichen Stimulus der Wirtschaft. Dies könnte sich allerdings ändern, sollte sich beispielsweise die europäische Schuldenkrise ausweiten und weite teile der globalen Finanzmärkte in Mitleidenschaft ziehen.

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