US-Notenbank macht Geldschleusen bald noch weiter auf

US-Notenbank macht Geldschleusen bald noch weiter auf

Die einflussreiche Vize-Präsidentin Janet Yellen nannte die jüngsten Konjunkturdaten "ziemlich enttäuschend" und stellte weitere Maßnahmen der Fed zum Ankurbeln der Wirtschaft in Aussicht. "Ich bin überzeugt, dass es weiteren Spielraum für eine noch konjunkturstimulierendere Geldpolitik gibt", sagte die Notenbankerin in der Nacht zum Donnerstag in Boston.

Allerdings sind die Signale für eine geldpolitische Lockerung in Washington nicht eindeutig. Yellen gilt als Anhängerin einer Geldpolitik, der in wirtschaftlichen Krisenzeiten Konjunkturstimulierung wichtiger ist als Inflationsbekämpfung. Dies ist aber nicht Konsens unter den Zentralbankern im Washingtoner Eccles Buildung. Mit James Bullard, Richard Fisher und Sandra Pianalto hatten sich jüngst mehrere führende Mitglieder der Notenbank gegen Konjunkturhilfen ausgesprochen.

Kommt QE3?

Das nächste Treffen des über die Geldpolitik entscheidenden Fed-Offenmarktausschusses steht am 19. und 20. Juni an: Laut der jüngsten Reuters-Umfrage rechnen 35 Prozent der befragten Händler mit einer Verlängerung der sogenannten "Operation Twist". Dabei handelt es sich um eine Umschichtung des Anleiheportfolios, bei der kurzfristige durch langfristige Anleihen ersetzt werden. Durch diesen Schritt könnte die Fed die langfristigen Zinsen drücken und so die Wirtschaft ankurbeln. Eine sogenannte quantitative Lockerung (QE3) durch Anleihenkäufe hält immerhin die Hälfte der Befragten für wahrscheinlich.

Bernankes Stellvertreterin Yellen sprach in Boston offen über das Anwerfen der Notenpresse zur Stimulierung der Wirtschaft. Weitere Anleihenkäufe seien zwar mit Kosten verbunden, doch wegen der heiklen Konjunkturlage als "Vorsorge zur Sicherung der wirtschaftlichen Erholung" durchaus sinnvoll. Als gleichwertige Möglichkeit brachte die Notenbankerin eine Verlängerung des Bekenntnisses der Fed ins Spiel, mit der die Notenbank den Märkten mittelfristig ultraniedrige Zinsen signalisiert. Bisher hält die Fed eine Fortsetzung der Politik des billigen Geldes bis mindestens Ende 2014 für geboten. Durch eine Verlängerung des Bekenntnisses könnte den Märkten für einen noch längeren Zeitraum Planungssicherheit gewährt werden. Die Fed stemmt sich bereits seit Dezember 2008 mit einem ultraniedrigen Zinssatz von nahe null gegen die Wirtschaftskrise.

Yellen sieht die US-Konjunkturaussichten trotz der Politik des billigen Geldes eher düster. Die Wirtschaft werde voraussichtlich nur um zwei Prozent wachsen und die Arbeitslosigkeit auf hohem Niveau bleiben, warnte die Zentralbankerin. In ihrem jüngsten Konjunkturbericht hatte die Fed hingegen das Bild in weicheren Farben gezeichnet. Die US-Wirtschaft sei in den vergangenen beiden Monaten gewachsen und auch der Arbeitsmarkt zeige eine zumindest sehr leichte Aufwärtstendenz, hieß es im Beige Book für den Zeitraum Anfang April bis Ende Mai. Zudem gebe es kaum Inflationsdruck, was auch mit den gesunkenen Preisen für Energie zu tun habe. Im vorherigen Bericht hatte es geheißen, steigende Energiekosten würden Produzenten und Verbraucher verunsichern. Zudem steht die Einschätzung zum Arbeitsmarkt im Kontrast zum jüngsten Arbeitsmarktbericht. Im Mai waren außerhalb der Landwirtschaft nur 69.000 neue Jobs geschaffen worden - so wenige, wie seit einem Jahr nicht mehr. Experten hatten im Schnitt mit 150.000 gerechnet. Zudem schuf die US-Wirtschaft schon im März und April knapp 50.000 Stellen weniger als zunächst angenommen. Die Arbeitslosenquote stieg im Mai sogar auf 8,2 von 8,1 Prozent.

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