US-Arbeitsmarkt: Alles bleibt schwach

US-Arbeitsmarkt: Alles bleibt schwach

Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg um 175.000. Damit fielen die am Freitag vom amerikanischen Arbeitsministerium vorgelegten Daten zwar etwas besser aus als erwartet. Zugleich aber erwies sich der Stellenaufbau im Vormonat als schwächer als zunächst ermittelt.

Die separat ermittelte Arbeitslosenquote stieg im Mai sogar leicht auf 7,6 Prozent an - womöglich ein Zeichen, dass sich zuvor von der Krise entmutigte Amerikaner wieder aktiv auf Jobsuche begeben. Mit den durchwachsenen Daten dürften die Aussichten sinken, dass die US-Notenbank Fed bei ihren Konjunkturhilfen den Fuß vom Gas nimmt. Dies sorgte für Erleichterung an den Aktienmärkten und drückte den Kurs des Euro. Fed-Chef Ben Bernanke hatte den Beginn des Ausstiegs nur für den Fall in Aussicht gestellt, dass sich die Beschäftigungslage nachhaltig aufhellt.

"Nichts in diesem Arbeitsmarktbericht gibt Anlass dafür, dass die Notenbank ihren Kurs ändern sollte", sagte Ökonom Gary Thayer von Wells Fargo Advisors. Insbesondere die gestiegene Arbeitslosenquote gebe der Fed keine Argumente dafür an die Hand. Die Quote liegt nun noch deutlicher über dem Schnitt der vergangenen 60 Jahre von rund sechs Prozent. Die US-Notenbank will ihre Nullzinspolitik solange fortsetzen, bis die Quote auf 6,5 Prozent abgeschmolzen ist. Zugleich kauft sie derzeit Staatsanleihen und Immobilienpapiere im Umfang von derzeit monatlich 85 Milliarden Dollar, um die Konjunktur anzuschieben.

Gut für Investoren

An den Märkten waren zuletzt Ängste aufgekommen, dass die für die Börse förderliche große Geldschwemme der Notenbank allmählich abnehmen könnte. Der Präsident der Philadelphia Fed, Charles Plosser, hatte den Anlegern bereits vor Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts die größten Sorgen genommen. Die jüngste Spekulation an den Finanzmärkten auf ein allmähliches Zudrehen des Geldhahns sei übertrieben. Die Märkte hätten wohl überreagiert.

Insbesondere der wegen der immensen Schuldenlast des Staates in ein enges Sparkorsett gepresste öffentliche Sektor bremste im Mai den Stellenaufbau: Während die Privatwirtschaft 178.000 Stellen schuf, baute der Staat 3000 Jobs ab. Alan Krueger, der Wirtschaftsberater von US-Präsident Barack Obama, würdigte den Stellenzuwachs im Mai als weiteren Fortschritt auf dem Weg aus der Krise: "Es gibt noch viel zu tun, aber die Arbeitsmarktsdaten sind ein weiterer Beleg dafür, dass sich die US-Wirtschaft weiter von dem tiefsten Abschwung seit der Großen Depression erholt." Doch die Statistik zeigt, dass der Arbeitsmarkt noch längst nicht an seine alte Stärke anknüpfen kann: Fast 4,4 Millionen Amerikaner sind derzeit länger als sechs Monate ohne Arbeit. Das sind rund drei Millionen mehr als vor Einsetzen der Rezession im vorigen Jahrzehnt.

Einer Studie der Fed zufolge würde die vollständige Genesung des Arbeitsmarktes noch bis 2016 dauern, wenn die Entstehung neuer Stellen mit dem derzeitigen Tempo vorangeht. Um bereits Ende 2015 Vollbeschäftigung zu erreichen, müssten Monat für Monat 240.000 neue Stellen entstehen, heißt es in der Studie weiter. Eine Arbeitslosenquote von 5,25 Prozent würde einem durchweg gesunden Arbeitsmarkt entsprechen. Davon sind die USA jedoch noch weit entfernt. "Aus Investorensicht ist alles in Butter. Aus der Sicht eines Arbeiters würde man sich aber eine stärkere Erholung wünschen", sagte Ökonom Rick Meckler von LibertyView Capital Management.

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