Tumulte wegen Mohammed-Video eskalieren

Tumulte wegen Mohammed-Video eskalieren

Am Samstag haben die Proteste wegen des Films auf YouTube auch Australien erfasst - indes hat ein deutscher Politiker angeregt, die Strafbehörden sollten sich den Film genauer ansehen, um eventuell Ermittlungen einzuleiten.

Die Proteste gegen einen Mohammed-Schmähfilm haben am Samstag auch Australien erfasst. In Sydney versammelten sich Hunderte von Demonstranten und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei. Steine und Flaschen flogen, auf Plakaten wurde gefordert, die Beleidigung des Propheten Mohammed mit Enthauptung zu bestrafen. Sanitätern zufolge wurden bei den Tumulten vier Menschen leicht verletzt. Der Protestzug startete vor dem US-Konsulat und setzte sich dann in der Innenstadt fort. In Australien, ein enger Verbündeter der USA in Afghanistan, sind gut zwei Prozent der Bevölkerung Muslime.

Vorgehen gegen den Film?

Der CDU-Außenpolitiker Ruprecht Polenz fordert indes eine Überprüfung des heftig umstrittene Mohammed-Schmähfilms durch die deutschen Strafverfolgungsbehörden. Im Deutschlandfunk verwies Polenz am Samstag darauf, dass das Strafgesetzbuch die Beleidigung religiösen Bekenntnisses unter Strafe stellt. "Ich würde gerne sehen, dass die Staatsanwaltschaft, die Polizei prüft, ob dieser Film nicht diesen Tatbestand erfüllt", sagte der. Auch in Deutschland gelte die Meinungsfreiheit nicht schrankenlos. Zwar sei in Deutschland eine freie und satirische Auseinandersetzung mit Religion in der Kunst erlaubt. "Aber das tut dieser Film ja nicht, es ist ein reines Hass-Video gegen den Islam und gegen Muslime", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag.

Versuche, den in den USA gedrehten Film in Deutschland bekanntzumachen, kritisierte er als "absolut unverantwortlich". Damit werde die Gefährdung deutscher Staatsbürger und Einrichtungen im Ausland erhöht. Polenz verwies in diesem Zusammenhang auf die rechtsextreme Partei Pro Deutschland. Diese hatte angekündigt, den Film "Innocence of Muslims", in dem der Prophet Mohammed als Kinderschänder, Schürzenjäger und Homosexueller geschmäht wird, in Berlin zu zeigen. "Die Aufführung bedeutet keine vollständige Identifikation mit dem Inhalt des Films", heißt es auf der Internetseite der Partei.

Ausschreitungen in vielen Ländern

Die Wut über den in den USA gedrehten Anti-Islam-Film war am Freitag in vielen islamischen Ländern eskaliert. In der sudanesischen Hauptstadt Khartum stürmte ein wütender Mob die deutsche Botschaft, zerschlug Fenster sowie Mobiliar und legte Feuer. Weitere Proteste gab es in Tunesien, Ägypten, im Jemen, in Afghanistan, Malaysia, Bangladesch, Pakistan, Libanon, im Iran und im Irak. Mehrere Menschen kamen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Am Samstag sperrte die ägyptische Polizei die US-Botschaft in Kairo weiträumig ab. Der Innenminister kündigte an, die Ruhe wiederherzustellen, nachdem es vier Tage lang Tumulte in der Hauptstadt gegeben hatte.

Die Wut über den Mohammed-Schmähfilm war schon am Freitag in vielen islamischen Ländern eskaliert. In der sudanesischen Hauptstadt Khartum stürmte ein wütender Mob die deutsche Botschaft, zerschlug Fenster sowie Mobiliar und legte Feuer. Die Polizei griff kaum ein. Auch in die US-Vertretung drangen aufgebrachte Demonstranten ein, weswegen das Pentagon zusätzliche Soldaten zum Schutz der Botschaft nach Khartum schickte. Drei Menschen starben bei Auseinandersetzungen mit der Polizei. Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte die Angriffe.

In Tunis gelang es der Polizei trotz des Einsatzes von Schusswaffen und Tränengas nicht, Hunderte Menschen nach den Freitagsgebeten davon abzuhalten, in die US-Botschaft einzudringen und zu randalieren. Mindestens drei Personen starben nach staatlichen Angaben. An der amerikanischen Schule in der tunesischen Hauptstadt wurde Feuer gelegt, Unterricht fand zu dem Zeitpunkt allerdings nicht statt.

In Kairo wurde Sicherheitskreisen zufolge ein Demonstrant bei Zusammenstößen mit der Polizei in der Nähe der dortigen US-Botschaft getötet. In der nordlibanesischen Stadt Tripoli starb ein Mann nach Angaben aus Sicherheitskreisen, als Demonstranten versuchten, ein Regierungsgebäude zu stürmen. Auch im Jemen, in Afghanistan, Malaysia, Bangladesch, Pakistan, im Iran und im Irak gingen Menschen wegen des Films, in dem der Prophet Mohammed als Kinderschänder, Schürzenjäger und Homosexueller geschmäht wird, auf die Straßen.

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