Trotz Krim: Keine Krisenstimmung im Euro-Raum

Trotz Krim: Keine Krisenstimmung im Euro-Raum

Indikatoren zur Berechnung des Wirtschaftsklimas klettern stetig nach oben. Deutschland bleibt ein Musterschüler, in Südeuropa bleibt die Lage aber trist. Und Investitionen in die Ukraine sollen reduziert werden.

Das Wirtschaftsklima in der Euro-Zone ist nach Einschätzung des Ifo-Instituts so gut wie zuletzt Ende 2007. Die Erholung der Konjunktur dürfte in den nächsten Monate zulegen, sagt der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn. Das von den Münchner Forschern berechnete Barometer kletterte im zweiten Quartal um 3,1 auf 123 Punkte. Die vom Ifo befragten 289 internationalen Experten bewerteten die Lage besser als zuletzt. Zudem blieb der Ausblick für die nächsten sechs Monate unverändert günstig.

Deutschland steche weiter mit einer sehr guten wirtschaftlichen Lage heraus, sagte Sinn und fügte hinzu: "In Griechenland, Italien, Portugal und Spanien lässt sich keine nennenswerte Verbesserung der derzeit katastrophalen wirtschaftlichen Verfassung feststellen." Eine hohe Arbeitslosigkeit, öffentliche Haushaltsdefizite und fehlende Nachfrage machten diesen Ländern nach wie vor zu schaffen. "Dennoch signalisieren die Konjunkturerwartungen für die nächsten sechs Monate für den Euroraum insgesamt eine Besserung."

Kaum Einfluss von der Krim

Im März hatte die EU-Kommission ebenfalls einen Stimmungsanstieg signalisiert: In der Industrie, im Einzelhandel, bei den Dienstleistern und Konsumenten ging die Stimmung nach oben; Einzig am Bau trübte sie sich etwas ein.

"Dies zeigt, dass Wirtschaft und Verbraucher die jüngsten Spannungen rund um die Krim gelassen hinnehmen", sagte dazu Analyst Ben May von Capital Economics.

Abzug aus der Ukraine

Für Geschäfte in der Ukraine sehen Manager allerdings schwarz: Jedes fünfte ausländische Unternehmen in der Ukraine will seine Niederlassung in dem Land reduzieren - das geht aus einer Befragung hervor, die die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) unter 400 Entscheidungsträgern von Mittel-Osteuropa-Headquarters mit Sitz in Wien gemacht hat.

Für Russland, den zweiten Akteur der Ukraine-Krise, erwarten die Investoren für die kommenden zwölf Monate zwar ebenfalls nichts Gutes. Anders als in der Ukraine soll die Präsenz in Russland aber gar verstärkt werden: Laut der im April durchgeführten Befragung stehen 13 Prozent der Niederlassungen in Russland vor einem Ausbau und nur fünf Prozent vor einer Verkleinerung.

Für die Region Mittel-Osteuropa (MOE) insgesamt bleibt die Stimmung der Direktinvestoren trotz der Ukraine-Krise positiv. Das beste Geschäftsklima innerhalb der Region herrscht in Polen und Tschechien, gefolgt von der Slowakei und Rumänien.

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