Tornado in Oklahoma: "Apokalyptische Szenen" – 24 Tote

Tornado in Oklahoma: "Apokalyptische Szenen" – 24 Tote

Bei einem verheerenden Tornado im US-Bundesstaat Oklahoma sind nach Behördenangaben 24 Menschen umgekommen. Die Gerichtsmedizin in Oklahoma City korrigierte die Zahl der Todesopfer am Dienstag auf 24, nachdem sie zuvor von 51 registrierten Toten gesprochen hatte.

Zudem hatte die Behörde erklärt, Bergungstrupps hätten von 40 weiteren Toten gesprochen, die aber noch nicht in die Gerichtsmedizin gebracht worden seien, sodass kurzzeitig sogar von 91 Toten die Rede war. Einige Leichen seien möglicherweise doppelt gezählt worden, hieß es. "Es herrschte viele Chaos", sagte eine Behördenvertreterin zur Begründung für die neuen Zahlen. Bis auf drei seien alle Leichen identifiziert.

Der Wirbelsturm war am Montag Nachmittag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 320 Kilometern pro Stunde über den Ort Moore hinweggefegt. Er hinterließ eine rund drei Kilometer breite Schneise der Verwüstung in dem Vorort von Oklahoma City, der schon 1999 durch einen Tornado schwer getroffen worden war. Präsident Barack Obama rief den Notstand aus und ordnete Hilfe des Bundes an. In der Nacht zum Dienstag suchten Rettungsmannschaften in den Trümmern nach Überlebenden der bislang zweitschlimmsten Tornado-Katastrophe der USA.

Die Meteorologen gaben am Montag um 14.45 Uhr (21.45 Uhr MESZ) die Tornado-Warnung für Moore heraus, 16 Minuten, bevor der Wirbelsturm auf den Ort traf. Diese Vorwarnzeit seit doppelt so lang gewesen wie bei einer durchschnittlichen Unwetterwarnung, sagte Keli Pirtle von der örtlichen Unwetterzentrale. Dennoch kam sie für viele zu spät. Zwei Grundschulen, das Krankenhaus und zahllose Wohnhäuser wurden durch den Wirbelsturm dem Erdboden gleichgemacht. Autos wurden wie Spielzeug durch die Luft gewirbelt, Strommasten und Straßenschilder knickten wie Streichhölzer um. "Die ganze Stadt gleicht einem Trümmerfeld", sagte Bürgermeister Glenn Lewis dem Sender NBC.

In den Krankenhäusern von Oklahoma City wurden 240 Verletze behandelt, darunter 60 Kinder. Allein im Universitätskrankenhaus wurden 65 Verletzte versorgt, 45 von ihnen Kinder. Die Ärzte rechneten aber nicht mehr mit einer größeren Zahl neuer Verletzter, sagte ein Krankenhaussprecher.

Besonders schlimm getroffen wurde die Plaza Towers Grundschule. Rettungsmannschaften suchten in einem Wettlauf mit der Zeit unter den Trümmern nach Überlebenden, da weitere Wirbelstürme für die Region vorhergesagt waren.

Sie habe nach den Sturmwarnungen in einem Wandschrank Schutz gesucht, berichtete die 48-jährige Ninia Lay vor dem Norman Regional Hospital. "Ich hörte etwas auf mich zu rasen, das wie ein Zug klang", schilderte sie ihre Erlebnisse. Das Gebäude sei dem Erdboden gleichgemacht worden, und sie habe zwei Stunden unter den Trümmern gelegen, bevor ihr Ehemann und Helfer sie retten konnten, nachdem sie über Handy um Hilfe gerufen habe. Ihre siebenjährige Tochter Catherine habe die Katastrophe in der zerstörten Plaza Towers Grundschule mit einigen Schnittwunden und Schrammen überlebt. Sie hatte mit Klassenkameraden und Lehrern auf einer Toilette Schutz gesucht.

"Wir fühlten den Tornado kommen"

"Hunderte Häuser sind dem Boden gleichgemacht worden", berichtete ein CNN-Reporter vor Ort. Andere sprachen von "apokalyptischen Szenen." In ganzen Straßenzügen waren die Dächer von einstöckigen Gebäuden gerissen, Autos lagen aufeinander, nachdem sie durch den Sturm wie Spielzeuge umhergewirbelt wurden. Zehntausende Menschen waren laut CNN ohne Strom.

"Wir fühlten den Tornado kommen, da sind wir in den Keller gegangen", berichtet eine Überlebende CNN. "Viele Häuser waren danach einfachen verschwunden, Autos waren umgestürzt."

Präsident Barack Obama versprach indes Unterstützung aus Washington. Die Katastrophenschutzbehörde Fema habe ein erstes Hilfsteam geschickt, um die Behörden in Oklahoma zu unterstützen. Zusätzliches Personal und Hilfsmittel stünden bereit, hieß es. Er habe außerdem mit der Gouverneurin von Oklahoma, Mary Fallin, wegen der Katastrophe telefoniert.

Zwar hatten Meteorologen weitere Unwetter für den Montag vorausgesagt. Aber es habe lediglich eine extrem kurze Vorwarnzeit von wenige Minuten vor dem Durchzug des Tornados gegeben, hieß es. Daher hätten sich nicht alle Bewohner in Sicherheit bringen können.

Bereits am Sonntag hatte eine ganze Serie von Tornados im Mittleren Westen der USA mindestens zwei Menschen in den Tod gerissen. Mehr als 20 Menschen wurden nach Medienberichten verletzt. Auch dabei waren Oklahoma und Kansas am stärksten betroffen.

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