"Syrien setzt ohne Zweifel das Nervengas Sarin ein"

"Syrien setzt ohne Zweifel das Nervengas Sarin ein"

Frankriechs Außenminister Laurent Fabius erklärte gegenüber dem Sender France 2, aus untersuchten Proben gehe eindeutig hervor, dass das Nervengift Sarin verwendet worden sei.

Dabei gebe es "keinen Zweifel, dass es das Regime und seine Gehilfen waren", erklärte er. Hier sei der ganze Ablauf bekannt, die Zeitpunkte des Angriffs, der Tötung der Menschen und der Entnahme der Probe. Es lägen nun alle Optionen auf dem Tisch, sagte Fabius, einschließlich der militärischen. "Es wäre inakzeptabel, wenn die Verantwortlichen für diese Verbrechen nicht bestraft würden."

Nach Frankreich hat auch die britische Regierung erklärt, "physiologische Beweise" für den Einsatz des Giftgases Sarin in Syrien zu haben. Beim Test von Proben aus Syrien seien Spuren von Sarin festgestellt worden, sagte ein Regierungssprecher am Mittwoch in London. Nach Einschätzung Großbritanniens seien die Chemiewaffen "sehr wahrscheinlich" von den Regierungstruppen eingesetzt worden. Während eine "zunehmende Anzahl an begrenzten, aber überzeugenden Informationen" für den Einsatz durch das Regime vorlägen, gebe es bisher "keinen Beweis" für einen Einsatz durch die Rebellen.

"Der Raum für Zweifel" zum Einsatz von Giftgas im Syrien-Konflikt habe sich weiter verkleinert, sagte der Regierungssprecher. Dies sei "äußerst beunruhigend". "Der Gebrauch von Chemiewaffen ist ein Kriegsverbrechen." Syriens Präsident Bashar al-Assad müsse UN-Ermittlern "sofortigen und unbeschränkten Zugang" gewähren, um die Vorwürfe zu überprüfen.

USA bremsen

US-Präsidialamtssprecher Jay Carney sagte dagegen in Washington, es würden weitere Beweise benötigt. "Wir brauchen mehr Informationen", sagte er. US-Präsident Barack Obama hatte den Einsatz von Chemiewaffen durch die Regierung von Präsident Baschar al-Assad als "rote Line" bezeichnet. US-Behörden haben allerdings wiederholt erklärt, am Einsatz von Chemiewaffen dürfe es absolut keine Zweifel geben. Sie verweisen auf den Einmarsch der USA in den Irak 2003 unter George W. Bush nach fehlerhaften Berichten über Massenvernichtungswaffen in dem arabischen Land.

In einem am Dienstag vorgelegten UN-Bericht ist ebenfalls von einem Einsatz von Chemiewaffen die Rede. Allerdings ist demnach unklar, ob sie von den Rebellen oder der Armee verwendet wurden. Beide Bürgerkriegsparteien werfen sich gegenseitig den Einsatz der Massenvernichtungswaffen vor. Die Regierung in Damaskus hat dies zurückgewiesen. Bei dem mehr als zwei Jahren anhaltenden Konflikt sind UN-Schätzungen zufolge mehr als 80.000 Menschen getötet worden.

Syrische Armee gewinnt wieder Land

Nach ihrem Sieg in der Stadt Qusair hat die syrische Armee angekündigt, die Rebellen im gesamten Land zu "vernichten". Nach "aufeinanderfolgenden Fortschritten im Krieg gegen organisierte Terroristen" würden die Streitkräfte nun gegen Aufständische "in allen Ecken Syriens" vorgehen, teilte die Armee am Mittwoch laut der amtlichen Nachrichtenagentur Sana mit. Zur Lage in Qusair hieß es, syrische Regierungssoldaten seien "nach einer Reihe heikler Operationen" seit dem Morgengrauen dabei, "die Stadt zu sichern und zu säubern".

Das syrische Staatsfernsehen hatte am Mittwochmorgen die Einnahme von Qusair nach dreiwöchiger Belagerung gemeldet. Die Opposition bestätigte darauf den Rückzug aus der westsyrischen Stadt, die von strategischer Bedeutung ist, da sie auf dem Weg von Damaskus zu den Küstengebieten liegt, die von mehrheitlich regierungstreuen Alawiten bewohnt sind. Die Stadt an der Grenze zum Libanon war ein Jahr lang unter Kontrolle der Rebellen, bevor die Armee vor drei Wochen eine Offensive zu ihrer Rückeroberung begann.

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