Syrien: Hisbollah schwört Assad Treue bis zum Sieg

Syrien: Hisbollah schwört Assad Treue bis zum Sieg

"Wir werden den Sieg bringen", sagte Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad am Wochenende zu. Die radikale Schiiten-Bewegung setzt der syrischen Opposition schon jetzt massiv zu. Nasrallah zeigte sich bereit, jeden Preis für die Einmischung in Syrien zu bezahlen.

Der Kampf der Hisbollah könnte den Libanon in den Strudel der Syrien-Kriegs ziehen: Einen möglicherweise ersten Vorgeschmack erlebte am Sonntag ein Beiruter Schiiten-Viertel, in dem mehrere Raketen einschlugen. Fünf Menschen wurden dabei nach Angaben von Bewohnern verletzt.

"Wir werden den Weg bis zum Ende gehen", verkündete Nasrallah am Samstagabend in einer Fernseh-Ansprache. Seine Bewegung nehme die Verantwortung auf sich und akzeptiere alle Konsequenzen. Nasrallah bestätigte erstmals, dass Hisbollah-Kämpfer seit Monaten im Nachbarland im Einsatz sind. In Syrien verteidigten sie den Libanon gegen radikale Islamisten, die die treibende Kraft der Rebellion gegen Assad seien, so Nasrallah.

Kämpfer der Hisbollah und syrische Soldaten haben vor einer Woche eine Offensive gegen die strategisch wichtige Stadt Kusair an der Grenze zum Libanon gestartet. Kusair liegt auf dem Weg von Damaskus zum Mittelmeer. Allein am Samstag wurden in der Stadt mehr als 22 Menschen getötet, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, die der Opposition nahesteht. Die meisten Opfer seien Rebellen gewesen. Assads Truppen und ihre Verbündeten hätten zwei Drittel des Grenzortes zurückerobert, die Rebellen seien weitgehend eingekesselt.

Syrische Opposition weiter zerstritten

Die Aufständischen leisten in Kusair trotzdem massiv Widerstand, damit Assad vor der für Anfang Juni in Genf geplanten Friedenskonferenz keinen Etappensieg erringt. Das syrische Außenministerium erklärte sich am Sonntag grundsätzlich zur Teilnahme an der Konferenz bereit. Das Treffen biete eine gute Gelegenheit, die Krise des Landes beizulegen. Seit Beginn des Bürgerkriegs im März 2011 sind mehr als 80.000 Menschen getötet worden.

Den Gegnern Assads ist es bislang nicht gelungen, die Reihen zu schließen. Ihre Wortführer beraten seit mehreren Tagen in Istanbul, ohne dass sich eine Lösung abzeichnet. In Kreisen der Oppositionellen hieß es, ein Kompromiss könnte in der Öffnung der bislang von Islamisten dominierten Bewegung bestehen. Über Personalfragen könne dann später entschieden werden. Russland und die USA befürchten, ein Scheitern von Assads Widersachern könnte ihren Einfluss auf die internationale Konferenz schmälern. US-Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow wollen am Montag in Paris ihr weiteres Vorgehen abstimmen.

Deutschland gegen Waffenlieferungen an Rebellen

Die Kämpfe in Syrien werden zunehmend auch zu einem Stellvertreterkrieg zwischen Schiiten und Sunniten. Assads Clan gehört der Glaubensrichtung der Alawiten an, die im schiitischen Islam ihre Wurzeln haben. Neben der Hisbollah unterstützt auch der von Schiiten dominierte Iran die syrische Regierung. Dagegen helfen Länder wie Saudi-Arabien oder Katar den mehrheitlich sunnitischen Gegnern Assads.

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maiziere schloss derweil eine Lieferung deutscher Waffen an die Rebellen aus. Die Bundesregierung bleibe in dieser Frage "sehr, sehr skeptisch", sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Da Zweifel an der demokratischen Gesinnung vieler Aufständischer bestünden, sei nicht bekannt, an wen die Waffen gingen. Wenn es in der Frage keine einheitliche europäische Haltung gebe, sei das bedauerlich. Großbritannien hatte eine mögliche Ausrüstung der Rebellen mit Waffen nicht ausgeschlossen, falls sich Assad bei der Friedenskonferenz nicht ernsthaft an einer Lösung interessiert zeigen sollte. Frankreich hatte sich ebenfalls dafür offengezeigt.

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