Syrien – Bürgerkrieg fordert weit über 100.000 Menschenleben

Syrien – Bürgerkrieg fordert weit über 100.000 Menschenleben

So wurden in den jüngsten Bericht Informationen über den Tod von fast 38.000 Menschen nicht aufgenommen, weil nach Angaben der UN Daten wie Namen, Sterbeort und -datum nicht vollständig waren. "Die wirkliche Zahl der Toten ist potenziell viel höher", sagte die Menschenrechtsbeauftragte Navi Pillay am Mittwoch in Genf.

Besonders besorgt zeigte sie sich über die Lage in der größten syrischen Stadt Aleppo, die nach dem Fall von Kurssai von Regierungstruppen und ihren Verbündeten angegriffen wird.

Ohnehin seien in Aleppo und im Umkreis der Hauptstadt Damaskus die Opferzahlen besonders hoch, erklärten die UN in ihrem jüngsten Bericht. Sie befürchte in der Millionenmetropole Aleppo vergleichsweise eben soviele Opfer wie in der jüngst von Staatschef Baschar al-Assad zurückeroberten Stadt Kurssai an der Grenze zu Libanon. "Ich bin in Sorge, dass sich die Ereignisse von Kurssai in Aleppo wiederholen", sagte Pillay Reuters TV. Das könnte die geplanten Friedensverhandlungen gefährden.

Auf dem Internationalen Flughafen von Damaskus schlugen mehrere Raketen ein. Das staatliche Fernsehen meldete, mehrere Geschosse seien nahe einer Startbahn detoniert. Einige Flüge seien aus Sicherheitsgründen verschoben worden. Eine Person wurde dem Bericht zufolge verletzt, als ein Geschoss ein Lagergebäude traf.

Jeden Monat kommen mehr als 5000 Menschen zu Tode

Seit Juli 2012 sind dem Report zufolge im Monatsdurchschnitt mehr als 5000 Menschen zu Tode gekommen. Die extrem hohen monatlichen Totenzahlen seien Ausdruck der drastischen Verschärfung des Bürgerkriegs, erklärte Pillay. Es gebe gut belegte Fälle von Folter und Tötung von Kindern sowie von Massakern an ganzen Familien einschließlich Babys. "Das ist eine schreckliche Erinnerung, wie teuflisch dieser Konflikt geworden ist", sagte Pillay die Menschenrechtsbeauftragte.

Bereits am Mittwochabend hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon über den Einsatz von Kindersoldaten auf beiden Seiten gesprochen. Auch Ban sprach von Folterungen Jugendlicher durch Sicherheitskräfte.

Mitte Mai hatten die UN die Zahl der Kriegsopfer mit 80.000 angegeben. Die jüngste Zählung speist sich aus acht Quellen. Darunter sind Angaben der syrischen Regierung wie auch der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die der Opposition nahesteht. Die Liste der UN führt nur Tote auf, deren Namen und Sterbeorte bekannt sind.

Die führenden sieben westlichen Industrienationen und Russland (G8) wollen nach Angaben eines deutschen Regierungsvertreters die amerikanisch-russische Initiative für die Friedenskonferenz voranbringen. Dabei müsse es um die Bildung einer Übergangsregierung in Syrien "mit voller Exekutivgewalt" gehen. Zudem wollten die G8-Partner an Russlands Präsident Wladimir Putin appellieren, "mäßigenden Einfluss" auf den syrischen Präsidenten Assad zu nehmen. Erfolgreich könnte die angestrebte zweite Syrien-Konferenz in Genf allerdings nur sein, wenn alle Beteiligten am Tisch sitzen.

In die Beratungen über eine Bewaffnung der Aufständischen in Syrien kommt offenbar Bewegung. Vertreter westlicher Staaten wollen Diplomaten zufolge am Samstag mit dem Chef der größten Rebellen-Allianz über Hilfsmöglichkeiten sprechen. Das Treffen wäre ein Signal für einen neuen Versuch, die Hauptstreitmacht der Rebellen gegenüber den islamistischen Gruppen in der Opposition zu stärken. Vor allem Frankreich und Großbritannien machen sich angesichts der militärischen Erfolge der syrischen Führung für eine zügige Bewaffnung der Aufständischen stark.

Die Europäische Union (EU) hatte vergangenen Monat auf Drängen Frankreichs und Großbritanniens das Waffenembargo gegen Syrien auslaufen lassen. Damit können Assads Gegner vom Spätsommer an mit Rüstungsgütern beliefert werden.

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