Syrien und die Angst vor dem Flächenbrand

Syrien und die Angst vor dem Flächenbrand

Mehr als zwei Jahre nach dem Beginn des Aufstands gegen den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad wächst in den Nachbarstaaten die Angst vor einem Übergreifen der Gewalt. Ein Überblick...

Türkei: Die Türkei versuchte in der Anfangsphase des Konflikts 2011, die Führung in Damaskus von der Notwendigkeit von Reformen zu überzeugen, scheiterte damit aber. Inzwischen unterstützt Ankara entschieden die politische und bewaffnete Opposition und fordert den Rücktritt des syrischen Staatschefs. Die steigende Belastung durch die Unterbringung mehrerer hunderttausend Flüchtlinge sowie die wachsende Gewalt im Grenzgebiet wie zuletzt beim Anschlag von Reyhanli lassen die türkische Regierung nach einer Flugverbotszone rufen.

Iran: Der Iran ist seit den 80er-Jahren ein enger Verbündeter Syriens, wobei die Islamische Republik mit dem säkularen Baath-Regime der Familie Assad zunächst weniger ideologische Gemeinsamkeiten als die Feindschaft zum Irak und Israel verband. Später spielte Syrien als Verbindung zur schiitischen Hisbollah im Libanon eine wichtige Rolle. Darüber hinaus gehört Assad den Alawiten an, einer Abspaltung der im Iran vorherrschenden Schiiten. Seit Beginn des Aufstands im März 2011 steht die Regierung in Teheran fest hinter Assad, den sie mit Geld, Waffen, Ausbildern und womöglich auch Spezialeinheiten unterstützt.

Irak: Der Irak hat bisher eine klare Positionierung in dem Konflikt vermieden. Die schiitisch dominierte Regierung tendiert zwar zu Assad, doch sieht sie sich selbst seit Monaten teils gewaltsamen Protesten der sunnitischen Opposition ausgesetzt. Sunnitische Stämme entlang der langen, schwer zu kontrollierenden Grenze unterstützen offen die syrischen Rebellen. Der Konflikt wurde zudem weiter verschärft durch das Einsickern radikaler Islamisten aus dem Irak. Tausende syrische Flüchtlinge sind in dem instabilen Land untergekommen.

Israel: Israel beurteilt den syrischen Bürgerkrieg vor allem im Licht der eigenen Bedrohung durch eine Aufrüstung der Hisbollah, durch den wiederholten Beschuss der israelisch kontrollierten Golanhöhen und durch Chemiewaffen, die in die Hände islamistischer Kämpfer fallen könnten. Ob der Machtverbleib des langjährigen "vertrauten Feindes" Assad für die israelischen Sicherheitsinteressen nicht besser wäre, ist bei Verantwortlichen und Experten umstritten. Öffentlich betont wird, dass Israel sich aus dem inneren syrischen Konflikt vollständig heraus halten wolle. Die nicht offiziell bestätigten israelischen Luftangriffe in Syrien auf mutmaßliche Waffenlieferungen an die Hisbollah sprechen eine andere Sprache.

Libanon: Im Libanon wird bereits am stärksten sichtbar, dass sich der syrische Konflikt in einen regionalen Stellvertreterkrieg verwandelt, hinter dem die sunnitischen und schiitischen Regionalmächte stehen. Der Chef der schiitischen Hisbollah-Miliz, Hassan Nasrallah, schwor, die "wahren Freunde" Assads würden dessen Sturz nicht zulassen; so unterstützen Hisbollah-Kämpfer die Truppen Assads unter anderem in der Rebellenhochburg Qusseir. Und in der nordlibanesischen Großstadt Tripoli kommt es seit Beginn des Bürgerkriegs immer wieder zu blutigen Kämpfen zwischen Sunniten und Alawiten.

Jordanien: Das Königreich leidet vor allem wirtschaftlich unter dem Krieg in Syrien. Das Land, in dem jeder siebente Einwohner unter der Armutsgrenze lebt, beherbergt bereits mehr als eine halbe Million Flüchtlinge. Das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge erwartet, dass es Ende des Jahres 1,2 Millionen sein werden, die dann rund 20 Prozent der heimischen Bevölkerung ausmachen. Angesichts des Drängens der Flüchtlinge auf den knappen Arbeitsmarkt und der galoppierenden Mietpreise werden die Jordanier zunehmend unruhig und verlangen zornig ein Gegensteuern der Regierung und mehr internationale Hilfe.

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

Politik

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

International

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

der polnische Finanzminister Mateusz Szczurek will 700 Milliarden für Investitionen in Europa. Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sollen einzahlen
 

International

Polen will 700-Milliarden-Investitionsfonds für Europa