Surprise: Die Euro-Zone ist noch nicht aus dem Schneider...

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Die Lage im Euro-Raum sei immer noch fragil, lautete der Befund in ihrer am Donnerstag veröffentlichten Gemeinschaftsprognose. Eine Wiederaufleben der Krise könne nicht ausgeschlossen werden. Daneben werden Griechenland und Portugal wohl über 2014 hinaus zusätzliche Finanzhilfen brauchen, die Niedrigzinspolitik der EZB sei auch nicht das Gelbe vom Ei und die Lösung der Krise liege bei den Banken – eine Bereinigung des Sektors sei erforderlich, notfalls auch mithilfe der Guthaben der Sparer.

Griechenland und auch Portugal dürften nach dem Urteil der Institute nach Ablauf der aktuellen Hilfsprogramme zunächst weiter auf Hilfen ihrer internationalen Partner angewiesen sein. "Angesichts der beträchtlichen Refinanzierungserfordernisse und der wirtschaftlichen Schwäche der Länder ist aus Sicht der Institute eine vollständige Refinanzierung durch die Kapitalmärkte unwahrscheinlich." Es sei zu erwarten, dass beide Länder auch über 2014 hinaus zusätzliche Finanzhilfen benötigen.

Insgesamt liegt der Euroraum den Instituten zufolge auf Kurs heraus aus der Rezession. Auch die Haushaltskonsolidierung schreite voran, auch wenn sich das Tempo schon wieder verlangsame. Die Sparanstrengungen würden durchweg "moderater" ausfallen. Insbesondere sei in den großen Euro-Ländern Frankreich und Italien in nächster Zeit nicht mit einem Abbau der hohen Staatsdefizite zu rechnen.

Niedrigzinspolitik ist erhebliches Risiko für die Finanzsystemstabilität

Die Wirtschaftsforscher befürchten außerdem negative Folgen für Deutschland und andere stabile Euro-Länder bei einem dauerhaft niedrigen Leitzins der Europäische Zentralbank (EZB). Dies berge "erhebliche Risiken für die Finanzsystemstabilität", warnen sie in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Herbstgutachten für die Bundesregierung. "Finanzinstitute haben dadurch zusätzliche Anreize, sich kurzfristig günstig bei der Zentralbank zu finanzieren und langfristig in riskante Projekte zu investieren".

Wegen der Dauerkrise in der Währungsunion hatte die EZB ihren Leitzins im Mai auf das Rekordtief von 0,5 Prozent gedrückt, um mit billigem Geld die Wirtschaft anzuschieben. Von einer weiteren Zinssenkung dürften für die Krisenländer "keine wesentlichen die Konjunktur stabilisierenden Impulse ausgehen, weil die Probleme in den dortigen Bankensektoren bisher nicht behoben worden sind", erklärten die Ökonomen.

Bereinigung des Bankensektors notfalls auch mit "Hilfe" der Sparer

Den Schlüssel für eine wirtschaftliche Erholung sehen die Institute in einer Bereinigung des Bankensektors in den Krisenländern. Die Kosten dafür sollten zunächst die Eigentümer und Kapitalgeber der Banken tragen. Im Ausnahmefall könnten aber auch die Guthaben der Sparer jenseits der Grenzen der Einlagensicherung herangezogen werden. "Dann noch verbleibende Altlasten wären zunächst von den Nationalstaaten zu tragen", fordern die Institute. "Eine begrenzte europäische Lastenteilung kann lediglich die ultima ratio sein."

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