"Stunde Null" in Ägypten – Polizei setzt Tränengas gegen Mursi-Anhänger ein

"Stunde Null" in Ägypten – Polizei setzt Tränengas gegen Mursi-Anhänger ein

Eine endgültige Entscheidung über die Räumung der Protestlager in Ägypten sei jedoch noch nicht gefallen, berichtet die amtliche Zeitung "Al-Ahram". Unterdessen kam es bei einem Marsch von Anhängern des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi in Kairo am Dienstag zu Krawallen. Tausende Demonstranten wurden auf ihrem Weg zum Innenministerium von Anrainern als Terroristen beschimpft und mit Steinen und Flaschen beworfen.

Die Polizei setzte dann Tränengas gegen Mursis Anhänger ein, die ihrerseits auch Steine warfen. Frauen und Kinder flohen aus dem Protestzug. Ein Reuters-Reporter sah zwei Männer mit Macheten, die Demonstranten verfolgten.

Mursis Anhänger haben in Kairo zwei Protestlager errichtet und lehnen den Aufruf der vom Militär gebildeten Übergangsregierung ab, sie zu räumen. Medienberichten zufolge wägt die Regierung das weitere Vorgehen noch ab. Eine gewaltsame Auflösung der Lager soll demnach vermieden werden, da die Gefahr heftiger Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Islamisten mit hohen Opferzahlen besteht.

Die ägyptische Tageszeitung "Al-Watan" berichtete am Dienstag unter Berufung auf einen Anrainer im Stadtteil Nasr-City, die Bewohner des Viertels seien angewiesen worden, alle Eingänge zu verschließen, sobald die Polizei mit der Räumung des Lagers vor der Rabea-al-Adawija-Moschee beginne. Zudem dürfe niemand Zutritt zu den Dächern der umliegenden Mietshäuser erhalten.

Abriegeln und so den Widerstand brechen

Vieles spreche aber dafür, dass die Muslimbrüder in ihren beiden Zeltlagern in der Hauptstadt abgeriegelt und ihr Widerstand so gebrochen werden sollten, so "Al-Ahram". Sie berief sich auf Informationen aus dem Präsidialamt nach einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates am späten Montagabend. Eine gewaltsame Auflösung des Lagers solle dagegen wohl vermieden werden, denn es bestehe die Gefahr heftiger Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Islamisten mit hohen Opferzahlen. Die Regierung berate derzeit intensiv über ihr weiteres Vorgehen, berichtete die Zeitung.

Tausende Muslimbrüder haben sich auf dem Al-Nahda-Platz und rings um die Rabaa-al-Adawija-Moschee versammelt. Sie verlangen, dass der am 3. Juli nach anhaltenden Massenprotesten vom Militär gestürzte Mursi wieder als Präsident eingesetzt wird. Er war das erste frei gewählte Staatsoberhaupt Ägyptens.

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