Studie: Längere Öffnungszeiten bringen nichts

Studie: Längere Öffnungszeiten bringen nichts

Während sich die Kunden über längere Ladenöffnungszeiten freuen, ist es laut einer Studie der Credit Suisse fraglich, ob der Einzelhandel insgesamt davon profitiert. Längere Öffnungszeiten führen zu höheren Betriebskosten, die durch mehr Umsatz gedeckt sein müssen.

Für den einzelnen Laden lohne es sich schnell einmal, länger als die Konkurrenten offen zu halten, da er Kunden von geschlossenen Geschäften anlocke, stellte die Credit Suisse in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie zu den Perspektiven des Einzelhandels fest. Falls aber alles Läden diese Strategie verfolgten und länger offen wären, würde der Effekt verpuffen.

Dies folgern die CS-Ökonomen aus einer Modellrechnung in Lausanne, wo die Ladenöffnungszeiten relativ restriktiv sind. Wochentags ist in der Stadt Lausanne um 19 Uhr Schluss, samstags schon um 18 Uhr.

Die Simulation zeigt, dass die Shoppingstunden bei einer Liberalisierung insgesamt zunehmen. Allerdings nur geringfügig: Sogar wenn die Geschäfte rund um die Uhr offen hätten, würde sich die Zahl der Shoppingstunden lediglich um 1,7 Prozent erhöhen, sagte CS-Ökonom Damian Künzi im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. Nach 21 Uhr nimmt die Einkaufslust massiv ab.

Zudem profitieren nicht alle: Eine Liberalisierung bringt in der Innenstadt wenig. Außerhalb der Innenstadt gibt es Standorte, die gewinnen und solche, die verlieren. Das hänge stark von der Lage und der Marktposition ab, sagte Künzi.

So würden größere Einkaufsstunden von längeren Öffnungszeiten profitieren. Kunden würden abends umso eher einen weiteren Anfahrtsweg in Kauf nehmen, je länger ein Shoppingcenter in der Peripherie geöffnet sei.

Höherer Gesamtumsatz der Branche aber nicht auszuschließen

Ob die Kunden auf ihren längeren Einkaufstouren allerdings mehr Geld ausgeben würden, was den Läden mehr Umsätze bescheren würde, lasse sich nicht aus der Simulation berechnen, sagte Künzi. Es sei nicht ausgeschlossen, dass durch längere Öffnungszeiten der Gesamtumsatz der Branche steige.

"Ob dies die höheren Betriebskosten wieder aufwiegt, ist aber äußerst fraglich", stellte der CS-Ökonom fest: Die Branche sei am Experimentieren.

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

Politik

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

International

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

der polnische Finanzminister Mateusz Szczurek will 700 Milliarden für Investitionen in Europa. Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sollen einzahlen
 

International

Polen will 700-Milliarden-Investitionsfonds für Europa