Steuersünder Hoeneß: Schafft er die Gegenoffensive?

Steuersünder Hoeneß: Schafft er die Gegenoffensive?

Vor kurzem noch dominierten die negativen, hämischen Kommentare über Uli Hoeneß, derzeit Deutschlands prominentester Steuersünder. Nun könnte sich der Wind aber drehen.

Vor kurzem noch musste Uli Hoeneß ausschließlich Negatives in Zeitungen, Fernsehen und Radio zu seiner Person lesen, sehen und hören. Der prominenteste Steuersünder Deutschlands , der sich selbst stets als Saubermann und eifriger Steuerzahler hingestellt hatte, bekam eine volle Portion Häme, Schadenfreude und teils auch Zorn zu spüren. Dass die Fußballfans - außer jenen von Bayern München - besonders erregt waren über den Steuerfall Hoeneß, ist logisch. In Dortmund etwa sangen die Zuseher: "Steht auf, wenn Ihr Steuern zahlt....!"

VIDEO: Bericht der ARD zum medialen Absturz von Uli Hoeneß:

Nun dreht sich aber offensichtlich der Wind. Medienprofi Hoenße hat mit seinen teils reumütigen, teils trotzigen Reaktionen offenbar bisher das Richtige getan. Seine Posten als Präsident und Aufsichtsratvorsitzender der Bayern durfte er wider Erwarten behalten . Die Meisterfeierlichkeiten in München haben überhaupt das Steuerthema aus den Sport-Schlagzeilen verbannt, die Freude über den Meistertitel war bei den Bayern Thema Nummer eins. Und auch
Red-Bull-Springer Felix Baumgartner hat Hoeneß verteidigt .

Und gestern ging Hoeneß geht wegen seiner Steueraffäre dann sogar selbst in die Offensive: Der Sportmanager hat laut einem Bericht von "Focus" bei der Staatsanwaltschaft München Strafanzeige gegen Unbekannt wegen "Verletzung des Steuergeheimnisses" gestellt. Laut Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich wurde die Anzeige an die zuständige Staatsanwaltschaft München I weitergegeben und nun werde geprüft, ob ein offizielles Ermittlungsverfahren eingeleitet wird.

FAZ über die angebliche Doppelmoral

Nun ist sogar die ehrwürdige FAZ zur Verteidigung von Hoeneß ausgerückt , genauer gesagt wird in dem Artikel unter dem Titel "Ein Land im Jagdfieber" über die Moral und Doppelmoral im Fall Hoeneß fabuliert. Zitat: " Seit bekannt wurde, dass er sich wegen Steuerhinterziehung selbst angezeigt hat, ist die Treibjagd im Gang. Normalerweise werden solche Geschichten zwischen reuigem Steuerhinterzieher und Fiskus im Stillen bereinigt. Das Steuergeheimnis gilt eigentlich für alle."

Das mag stimmen, doch der durchschnittliche Abgabenpflichtige käme erstens gar nicht in die Versuchung, Summen in der Hoeneß-Klasse zu hinterziehen und hat zweitens auch niemals die moralische Instanz gespielt. Wer hoch stapelt, fällt auch tief.

Deutlich tiefer geht da schon die Analyse der Süddeutschen Zeitung: Die Unterstützung von Hoeneß durch Management-Kapazunder wie Timotheus Höttges von der Deutschen Telekom lasse an der Glaubwürdigkeit dieser Manager zweifeln : In ihren eigenen Konzernen würden sie Compliance hochleben lassen, bei Hoeneß hingegen beide Augen zudrücken. Höttges selbst hat in der Welt am Sonntag sein Vorgehen wortreich verteidigt .

Wie geht es weiter mit Hoeneß?

Die Frage ist nun: Was nützt dem Steuersünder die mediale Gegenoffensive bzw. die Unterstützung durch Verein und Vereinsfreunde? Beim FC Bayern ist man offensichtlich darum bemüht, vor dem Champions-League-Finale am 25.Mai keine Unruhe aufkommen zu lassen, im Hintergrund dürfte aber bereits für die Nach-Hoeneß-Ära geplant werden. Und sollte sich Hoeneß nicht mit den Steuerbehörden auf eine Strafzahlung einigen können, wird er wohl oder übel vor Gericht erscheinen müssen. Eines ist sicher: Der Medienrummel würde dann gewaltig sein.

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