Starker Euro ist für EZB-Chef Mario Draghi "Großer Grund zur Sorge"

Starker Euro ist für EZB-Chef Mario Draghi "Großer Grund zur Sorge"

Die EZB fühlt sich zunehmend unwohl mit dem starken Euro. Der Anstieg des Wechselkurses sei im Zusammenhang mit der geringen Inflation ein Grund zu ernsthafter Sorge, sagte EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag in Brüssel.

EZB-Chef Mario Daghi bereitet den Einsatz schwerer geldpolitisher Geschütze vor, um den gegenüber dem US-Dollar stark gestiegenen Euro-Wechselkurs zu beeinflussen. Gleichzeitig sprach sich Draghi aber gegen eine französische Forderung nach einer aktiven Steuerung des Euro-Wechselkurses aus. "Wir sind unabhängig", betonte er. Es könne die Glaubwürdigkeit der EZB untergraben, wenn die Unabhängigkeit gefährdet sei. Die EZB habe kein Wechselkursziel.

Der Kurs des Euro war in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen und liegt derzeit bei rund 1,39 Dollar. Die EZB sieht die Aufwertung mit Sorge, weil dies nicht nur die Exporteure belastet, sondern auch über sinkende Importpreise das Preisniveau niedrig hält. Denn die Inflation ist mit zuletzt 0,7 Prozent viel zu niedrig für den Geschmack der Notenbanker.

Kampf der Deflation

Im Zusammenhang mit der geringen Inflation sei der starke Euro ein Grund zu ernsthafter Sorge. Die EZB werde sich nicht damit abfinden, eine so tiefe Inflation für einen lagen Zeitraum zu haben. Die EZB sei entschlossen bei Bedarf rasch zu handeln. "Der EZB-Rat fühlt sich wohl damit, beim nächsten Mal zu handeln", betonte Draghi. Zuvor wolle man jedoch noch die Projektionen der EZB-Volkswirte abwarten. Im Juni legen die Volkswirte der Zentralbank neue Prognosen vor.

Im Markt wurde dies als Hinweis interpretiert, dass die EZB bei ihrer nächsten Sitzung handeln könnte. Die Zinsen dürften für eine längere Zeit auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau verharren, sagte Draghi. Am Vortag hatte auch die US-Notenbankchefin Janet Yellen vor dem Kongress weiterhin tiefe Zinsen in Aussicht gestellt.

Im März hatten die EZB-Ökonomen für 2016 eine Inflationsrate von 1,5 Prozent vorausgesagt. Auch die liegt noch klar unter der Zielmarke der EZB von 2,0 Prozent. Einige Ökonomen befürchten, dass ohne ein beherzteres Eingreifen der EZB bald eine ruinösen Abwärtsspirale von Preisen, Löhnen und Investitionen in Gang kommen könnte

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