Sparkassen und Landesbanken drohen Milliarden-Lasten

Sparkassen und Landesbanken drohen Milliarden-Lasten

Die öffentlich-rechtlichen Institute müssen in den kommenden Jahren vermutlich mehr als drei Milliarden Euro in das Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe pumpen, wie zwei mit den Verhandlungen vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Derzeit werde heiß diskutiert, wer innerhalb des Haftungsverbunds wie viel Geld für die Aufstockung beisteuere.

"Es wird und muss am Ende eine große Einigkeit über die Lastenverteilung in der Gruppe geben, da jeder Beschluss mit qualifizierter Mehrheit getroffen wird", sagte ein Sprecher der Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV).

Die Einlagensicherungsrichtlinie, die derzeit auf europäischer Ebene vorangetrieben wird, sieht vor, dass die Banken künftig ein Prozent der gesicherten Anlagen beiseitelegen müssen. Gesicherte Anlagen sind alle Spargelder bis zu 100.000 Euro pro Kunde. Die Institute sollen zehn Jahren Zeit bekommen, um ihre Sicherheitstöpfe entsprechend aufzufüllen.

"Gewaltige Anstrengung"

Die Sparkassen-Finanzgruppe, die derzeit knapp 800 Milliarden Euro an Einlagen verwaltet, müsste ihr Sicherungssystem in der Folge deutlich aufstocken. Dies liegt auch daran, dass gemäß der neuen Richtlinien ein Großteil der Sicherheiten in bar einbezahlt werden muss. Garantien oder gegenseitige Kreditzusagen, die bisher einen großen Teil des öffentlich-rechtlichen Sicherungstopfes ausmachen, werden künftig nicht mehr oder nur noch in geringem Umfang akzeptiert.

"Die Aufstockung ist für die Institute eine gewaltige Anstrengung, aber am Ende werden wir das stemmen", sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Besonders schwächere Sparkassen und Landesbanken würden sich in den Verhandlungen gegen hohe Belastungen sträuben. Den Sparkassen machen derzeit die niedrigen Zinsen zu schaffen, einige Landesbanken kämpfen noch mit den Altlasten aus der Finanzkrise - die neuen Belastungen kommen somit zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt.

Ein Austritt aus dem Haftungsverbund, mit dem laut "Handelsblatt" eine Landesbank gedroht hat, stehe jedoch nicht zur Debatte, sagte ein Insider. "Alle Beteiligten haben ein Interesse daran, dass die Überschussliquidität der Sparkassen bei den Landesbanken angelegt wird", betonte auch der DSGV. "Wir sehen nicht, dass die Landesbanken sich aus diesem Verbund lösen wollen." Die Landesbanken-Chefs wollen Insidern zufolge nächste Woche über das Thema beraten, im Oktober sind dann Gespräche mit den Spitzenvertretern der Sparkassen-Verbände geplant.

"Extrempositionen sind vom Tisch"

In den Verhandlungen geht es vor allem darum, nach welchen Kriterien sich die Einzahlungen in den Sicherheitsfonds künftig richten. Die Sparkassen, die auf einem Großteil der Einlagen sitzen, bevorzugen eine Orientierung an den Risiken (RWAs). Sie verweisen darauf, dass mehrere Landesbanken in der Finanzkrise wegen riskanter Geschäfte gerettet werden mussten.

Die Landesbanken wollen sich dagegen nach den Einlagen richten, schließlich sind diese gemäß der neuen EU-Richtlinie das entscheidende Kriterium. "Die beiden Extrempositionen sind inzwischen vom Tisch", sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person. Am Ende werde man sich wohl auf eine Formel einigen, die sowohl die RWAs als auch die Einlagen berücksichtigt.

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