Spanier räumen ihre Bankkonten leer

Spanier räumen ihre Bankkonten leer

Während die spanische Regierung noch überlegt, ob sie einen Bailout-Antrag an den Rettungsfonds stellen soll, räumen Haushalte und Unternehmen ihre Bankkonten leer.

26 Milliarden Euro wurden von spanischen Bankkonten alleine im Juli abgezogen, wodurch das Verhältnis Kredite zu Einlagen bei den Banken auf 187 Prozent gestiegen ist - das heißt, für einen Euro auf dem Bankkonto sind derzeit 1,87 Euro an Krediten vergeben. Im Dezembar waren es laut Daten der spanischen Notenbank noch 183 Prozent.

“Die Abflüsse von den Bankkonten sind bedeutend und das wird sich nicht ändern, solange die Menschen nicht überzeugt sind, dass ihre Einlagen sicher sind und dass Spanien sicher ist", erklärte Simon Maughan von Olivetree Securities in London gegenüber Bloomberg.

Spaniens Finanzindustrie hängt bereits am 100 Milliarden Euro schweren Banken-Rettungspaket von der EU - dazu kommen noch 412 Milliarden Euros an Brutto-Ausleihungen von der EZB. Die spanische CaixaBank muss für einen 2015er-Bond einen Risikoaufschlag von 423 Basispunkte auf vergleichbare deutsche Anleihen zahlen - im Januar waren es nur 384.

Die Zusicherung der EZB, alles zu tun, um den Euro zu verteidigen, führte immerhin dazu, dass die spanischen Banken wieder Zugang zu den Anleihenmärkten haben. Banco Santander etwa kam vergangenes Monat mit Anleihen an den Markt und holte sich zwei Milliarden Euro von Investoren. Das war die erste Platzierung einer spanischen Bank in fünf Monaten.

Kreditvergabe zurückfahren

Freilich müssen die Regierungen, also auch die spanischen, zuerst einen Hilfsantrag stellen, bevor die EZB Anleihen kaufen wird - so zumindest der Plan. Gleichzeitig sahen die Bailouts von Portugal und Irland das Einhalten bestimmter Kritierien vor. Das Kredit/Einlagen-Verhältnis der Banken Portugals darf per Ende 2014 nicht höher als 120 Prozent sein, Irlands Banken müssen bis 2013 auf 122,5 Prozent kommen. Im spanischen Banken-Rettungspaket ist eine derartige Bedingung nicht enthalten.

Wenn sich die spanischen Institute ebenfalls ein Kredit/Einlagen-Ziel halten müssten, würden sie die Kreditvergabe laut Nomura-Analysten um 14 bis 24 Prozent zurückfahren müssen. Gleichzeitig könnte es zu einem Kampf um Kundeneinlagen kommen, indem höhere Zinsen angeboten werden, was die Gewinne der Banken weiter schmälern würde.

Der Rückgang der Einlagen dürfte sich bei den Banken aber jedenfalls weiter fortsetzen, sagen die Nomura-Experten. Entsprechend dürften sie gezwungen sein, ihre Kreditvergabe ebenfalls zu stutzen. Damit verschlechtern sich die Aussichten für die Wirtschaft, die ohnehin in einer Rezession feststeckt.

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