Spanien: Die Jagd auf Banker beginnt

Spanien: Die Jagd auf Banker beginnt

Sie deuten darauf hin, dass Banker zur Verantwortung gezogen werden können. Ihnen wird eine Mitschuld an den Finanzproblemen einiger Banken vorgeworfen, die mit dafür verantwortlich sind, dass Spanien einen Hilfsantrag bei der Europäischen Union stellen musste.

Am vergangenen Donnerstag ordnete Richter Elpidio-Jose Silva an, dass Blesa in Untersuchungshaft genommen wird. Am Freitag wurde er dann wieder entlassen, nachdem er die Kaution in Höhe von 2,5 Mio. Euro hinterlegt hatte, wie ein Gerichtssprecher bestätigte.

Blesa hatte die frühere Sparkasse geleitet, die mit sechs kleineren Kreditinstituten zur Bankia-Gruppe verschmolzen wurde. Die Bilder der Fahrt ins Gefängnis “Soto del Real” mit 1008 Zellen außerhalb von Madrid wurden im spanischen Fernsehen übertragen.

Die Entscheidung des Richters, einen Banker zu inhaftieren, der über die Geschicke einer Bank entschieden hatte, die mit dafür verantwortlich war, dass Spanien Rettungshilfen im Volumen von 41 Mrd. Euro beantragen musste, könnte soziale Spannungen etwas lösen, sagt Javier Diaz-Gimenez, ein Professor an der Wirtschaftsschule IESE in Madrid. Bankia hatte mit 22 Mrd. Euro im vergangenen Jahr gerettet werden müssen.

Es geht um Verantwortung

“Es ist ein reinigender Moment”, sagt Diaz-Gimenez im Telefoninterview. “Es erinnert daran, dass diese Bankjobs mit hohen Gehältern und Zusatzleistungen auch mit großer Verantwortung verbunden waren. In einer Demokratie sollten die Menschen für ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden.”

Gegen Blesa laufen unter anderem Untersuchungen wegen Unregelmäßigkeiten bei der Übernahme einer US-Bank, wie aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht. Der Pass des Bankers wurde eingezogen. Eine Anfrage bei Blesas Anwalt, Carlos Aguilar, blieb am Freitag unbeantwortet.

Richter Silva fand “sehr relevante Hinweise auf kriminelle Handlungen” beim Kauf der City National Bank of Florida durch Caja Madrid im Jahr 2008. Der Kauf könnte zu Verlusten von mindestens 500 Mio. Euro geführt haben, erläuterte er in einer Stellungnahme per E-Mail.
Blesa ist der erste spanische Banker, der ins Gefängnis musste, seit die Ermittlungen gegen das Management der früheren Sparkassen verschärft wurden. Manager von 21 der ursprünglich 45 Sparkassen wurden in neun unterschiedlichen Verfahren beschuldigt, berichtete die Zeitung “Cinco Dias” am Freitag.

Dreizehn Jahre lang bis 2010 stand Blesa an der Spitze der Caja Madrid. Dann wurde er von Rodrigo Rato, einer früheren Führungskraft des Internationalen Währungsfonds (IWF) abgelöst. Rato, der zeitweise auch Finanzminister Spaniens war, trieb die Fusion voran, bei der Bankia entstand. Er legte seinen Posten im vergangenen Mai nieder. Wenige Tage später gab die Regierung bekannt, dass sie das Kreditinstitut verstaatlichen werde.

Ein spanischer Richter hatte im vergangenen Juli erklärt, dass er Untersuchungen bei Bankia und allen 33 Board-Mitgliedern - darunter auch Rato - einleiten werde. Dabei geht es um Vorwürfe wie Betrug, Falschbilanzierung und betrügerische Verwaltung.

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