Spanien: Banken liefern sich verzweifelten Krieg um Einlagen

Spanien: Banken liefern sich verzweifelten Krieg um Einlagen

Die Folge: Die ohnehin dürftigen Renditen der Geldhäuser im krisengeplagten Spanien schrumpfen weiter. Das gilt weniger für die Großbanken Santander und BBVA, da diese sogar von einer Flucht vieler Anleger profitieren.

Doch mittelgroße Institute wie Popular und viele Sparkassen überbieten sich gegenseitig. "Das ist eine selbst-zerstörerische Strategie", sagt ein Bankenanalyst in Madrid. "Die Margen werden kollabieren - die Banken machen das aus Verzweiflung."

Der Kollaps des spanischen Immobilienmarktes und die Wirtschaftskrise in Südeuropa haben die dortigen Banken stark getroffen. Das gesamte Land ist deswegen an den Märkten in Misskredit geraten. Investoren trauen der Regierung in Madrid nicht zu, die Institute aus eigener Kraft zu stärken, daher wurde ein Hilfskredit der Europäischen Union über 100 Milliarden Euro vereinbart. Die erste Tranche soll in den nächsten Wochen fließen. Auch wenn die großen Banken die Krise nicht bei den Einlagen spüren, trifft sie diese auf anderem Wege, wie die Zahlen von BBVA am Mittwoch zeigten. Das zweitgrößte Geldhaus des Landes verdiente in den ersten neun Monaten mit 1,7 Milliarden Euro rund 50 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Hauptgrund waren Abschreibungen auf faule Immobilienkredite.

Das Lechzen nach Einlagen

Wegen des Misstrauens der Investoren ist es für die meisten spanischen Institute schwierig, sich am Kapitalmarkt frische Mittel zu beschaffen, um auslaufende Verbindlichkeiten zu bedienen. Daher brauchen sie als alternative Finanzierungsquelle die Spargelder der Kunden dringender denn je. Das Problem: Auch diese misstrauen den Banken und haben nach Daten der Europäischen Zentralbank im bisherigen Jahresverlauf 154 Milliarden Euro an Einlagen abgezogen. Um den Abfluss zu stoppen, hob die Zentralbank im August eine Regelung auf, die einen Preiskampf um die Spargelder verhindert hatte. Bis dahin mussten die Banken einen deutlich höheren Beitrag in die Einlagensicherung zahlen, wenn sie mit hohen Zinsen Kunden anlocken wollten.

Seit die Regel gekippt worden ist, bieten die meisten Institute, darunter auch die staatlich gestützten, Neukunden für einjährige Anlagen in Höhe von mindestens 3000 Euro über drei Prozent Zinsen. Popular und die Sparkasse Ibercaja offerieren mehr als vier Prozent. Wer bei der Kapitalerhöhung bei Popular mitzieht, erhält sogar acht Prozent auf seine Einlagen. Der Schnitt in der Euro-Zone liegt bei 2,7 Prozent. Diese Refinanzierungskosten bekommen die Institute bei der Kreditvergabe nicht wieder herein. Die Zinsen für Hypotheken liegen in Spanien derzeit im Schnitt bei 1,5 Prozent. Folglich müssen viele Banken derzeit Verluste in Kauf nehmen, um sich die nötige Liquidität zu sichern.

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

Politik

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

International

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

der polnische Finanzminister Mateusz Szczurek will 700 Milliarden für Investitionen in Europa. Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sollen einzahlen
 

International

Polen will 700-Milliarden-Investitionsfonds für Europa