So steht die Eurozone wirklich da...

So steht die Eurozone wirklich da...

Bei zwei Minus-Quartalen in Folge sprechen Fachleute von einer Rezession. Nachfolgend ein Überblick über die Entwicklung ausgewählter Länder im dritten Quartal:

DEUTSCHLAND

Sinkende Investitionen der Unternehmen bremsen die größte Volkswirtschaft Europas. Das Bruttoinlandsprodukt kletterte nur noch um 0,2 Prozent. Im Frühjahr hatte die Wirtschaft noch um 0,3 Prozent zugelegt, am Jahresanfang sogar um 0,5 Prozent. Für Impulse sorgten diesmal anziehende Exporte und Konsumausgaben. Experten erwarten im Schlussquartal wegen der Schuldenkrise bestenfalls eine Stagnation. Die Wirtschaftsweisen rechnen sowohl für dieses als auch für kommendes Jahr nur mit einem Wachstum von 0,8 Prozent. 2011 waren es noch 3,0 Prozent.

FRANKREICH

Die Wirtschaftsleistung stieg überraschend um 0,2 Prozent zum Vorquartal. Das war das erste Plus seit einem Jahr. Von Reuters befragte Ökonomen hatten eine Stagnation in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone erwartet, nachdem es im zweiten Quartal noch ein Minus von 0,1 Prozent gegeben hatte. Die französische Notenbank rechnet für das Schlussquartal mit einem BIP-Rückgang von 0,1 Prozent. Die Regierung erwartet in diesem Jahr ein Mini-Wachstum von 0,3 Prozent, das sich 2013 auf 0,8 Prozent beschleunigen soll. Die EU-Kommission sagt für kommendes Jahr allerdings nur einen halb so starken Anstieg von 0,4 Prozent voraus.

ITALIEN

Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte zwischen Juli und September zwar das fünfte Quartal in Folge. Der Rückgang fiel mit 0,2 Prozent aber überraschend gering aus. Von Reuters befragte Ökonomen hatten ein Minus von 0,5 Prozent erwartet. Im Frühjahr war die Wirtschaftsleistung um 0,7 Prozent gesunken. Die EU-Kommission sagt der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone für 2012 einen Konjunktureinbruch um 2,3 Prozent voraus. Auch im nächsten Jahr soll die Wirtschaft mit 0,5 Prozent weiter schrumpfen und erst 2014 wieder um 0,8 Prozent zulegen.

SPANIEN

Die Rezession dauert wegen des harten Sparprogramms der Regierung an. Das Bruttoinlandsprodukt fiel um 0,3 Prozent und damit das fünfte Quartal in Folge. Im Frühjahr war es um 0,4 Prozent nach unten gegangen. Die schwere Wirtschaftskrise hat die Arbeitslosigkeit auf den höchsten Stand seit mehr als 35 Jahren getrieben. Jeder vierte Spanier hat keinen Job. Nach Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone in diesem Jahr um 1,5 Prozent schrumpfen. 2013 dürfte das Minus mit 1,3 Prozent ähnlich groß ausfallen.

NIEDERLANDE

Die Wirtschaft ist wegen der Immobilienkrise und schrumpfender Exporte abgestürzt. Das Bruttoinlandsprodukt brach um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal ein. Im zweiten Quartal war es noch um 0,1 Prozent gewachsen. "Sinkende Immobilienpreise drücken die Ersparnisse und Vermögen der Haushalte und deren Kaufbereitschaft, was zu sinkenden Konsumausgaben führt", erklärten die Statistiker. Die Konsumausgaben gingen um 0,6 Prozent zurück. Die Exporte gaben um 2,4 Prozent nach, die Investitionen der Unternehmen sogar um 3,7 Prozent.

ÖSTERREICH

Das Bruttoinlandsprodukt ging um 0,1 Prozent zurück. Sowohl Unternehmen als auch Privatleute hielten angesichts der unsicheren Wirtschaftslage ihr Geld zusammenhalten. Zu Jahresbeginn war die österreichische Wirtschaft noch um 0,3 Prozent gewachsen - im zweiten Quartal nur noch um 0,1 Prozent.

PORTUGAL

Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und damit bereits das siebte Quartal in Folge. Verglichen mit dem Vorquartal ging es um 0,8 Prozent bergab. Langsamer wachsende Export belasteten die Wirtschaft ebenso wie die schrumpfende Binnennachfrage, die unter den harten Sparmaßnahmen der Regierung leidet. Portugal verharrt damit in der tiefsten Rezession seit den 1970-er Jahren. Sie kostet immer mehr Portugiesen den Job. Zwischen Juli und September kletterte die Arbeitslosenquote auf 15,8 Prozent. Bei jungen Leuten liegt die Quote schon heute bei 39 Prozent.

GRIECHENLAND

Um 7,2 Prozent ging es mit der Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weiter nach unten. Griechenland steckt damit im fünften Rezessionsjahr. Eine Rückkehr zu Wachstum wird es nach Prognose der EU-Kommission erst 2014 geben. Dann soll das Bruttoinlandsprodukt um magere 0,6 Prozent zulegen. Im kommenden Jahr dürfte es dagegen einen Einbruch um 4,2 Prozent geben, was die Arbeitslosenquote wohl auf den Rekordwert von 24,0 Prozent treiben wird.

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