Sloweniens Notenbankchef: Bailout des Landes ist vermeidbar

Sloweniens Notenbankchef: Bailout des Landes ist vermeidbar

Die Banken in Slowenien seien solvent, doch die Lage verschlechtere sich, sagte Kranjec am Mittwoch laut slowenischer Nachrichtenagentur STA. Die Bankeneigentümer, insbesondere der Staat, hätten Schwierigkeiten, an zusätzliches Kapital zu kommen.

Der slowenische Bankensektor wird laut Kranjec auch heuer rote Zahlen schreiben. Im Vorjahr verzeichneten die Banken ein Rekordminus von 436 Mio. Euro, nach einem Verlust von 98 Mio. Euro im 2010. Die Verluststrecke werde sich so lange fortsetzen, bis die Banken ihre Bilanzen bereinigen und ihre Kreditportfolios auf das Niveau vor der Krise bringen, betonte Kranjec.

Die jährliche Risikovorsorge der slowenischen Banken lag vor der Krise durchschnittlich bei 300 bis 400 Mio. Euro, während der Krise schoss die Summe auf 1,2 Mrd. Euro. Wie der Notenbankchef erklärte, könne der slowenische Bankensektor jährlich Bruttoeinnahmen von rund 1,4 Mrd. Euro generieren. Wenn 750 Mio. Euro für den Bankenbetrieb aufgewendet werden und der Rest entweder Gewinn oder Kosten für Wertberichtigungen und Rückstellungen sei, dann bedeute der jetzige Umfang der Risikovorsorge eine große Last für die Banken, so Kranjec.

14 Prozent der Kredite faul

Der Anteil von faulen Krediten, mit Verspätung in der Abzahlung von mehr als 90 Tagen, steht derzeit bei rund 14 Prozent aller Kredite. Dabei gibt es laut Kranjec einen beträchtlichen Unterschied zwischen den einzelnen Geldinstituten. Während kleinere Banken ihre Probleme mit Rekapitalisierungen und Bilanzbereinigungen lösen können, wird bei anderen - darunter auch bei den drei größten, staatseigenen Banken - eine externe Intervention notwendig, erklärte der Notenbankchef.

Kranjec hofft, dass ein politischer Konsens über die Reformen, die Spar- und anderen Krisenmaßnahmen erreicht werden könne, um die Position Sloweniens auf den Finanzmärkten zu verbessern. Dies würde den Banken indirekt einen leichteren Zugang zu Krediten gewähren.

Der Notenbankchef stellte unterdessen erneut das Staatseigentum der Banken infrage. Die Notenbank stelle nämlich fest, dass das staatliche Eigentum keine entsprechende Verwaltung und Aufsicht garantiere. Außerdem hinterfragte er die bisherige Strategie, wonach Slowenien seine Entwicklung auf Krediten aufbaute, während es für ausländisches Kapital geschlossen blieb. Die slowenische Notenbank würde ausländisches Kapital nicht aus ideologischen Gründen begünstigen, sondern damit es Slowenien wieder besser ginge, sagte Kranjec. Der Kapitalmarkt sei nämlich zurzeit praktisch tot und viele Unternehmen in so schlechten Zustand, dass sie weder an Kredite noch ans Geld auf dem Markt kommen können.

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