Slowenien in der Negativspirale – nächster Halt: Internationale Hilfe?

Slowenien in der Negativspirale – nächster Halt: Internationale Hilfe?

Das am Mittwoch vom Parlament in Ljubljana bestätigte Kabinett von Ministerpräsidentin Alenka Bratusek habe eine Neigung zur Wachstumsförderung und gegen einen Sparkurs erkennen lassen, glauben die Volkswirte Peter Attard Montalto und James Burton. Damit drohe eine steigende Schuldenlast und möglicherweise eine Herabstufung durch Ratingagenturen.

"Es gibt einen Pfad durch die Krise für Slowenien, allerdings ist er mit gewaltigen Risiken behaftet”, schrieben die Ökonomen. “Die Fokussierung des Markts auf wasserfallartige Ansteckungseffekte und die Beschränkungen bei der Finanzierung könnten in Verbindung mit politischen Schwierigkeiten und Herabstufungen zu einem Orkan anschwellen.”

Die neue Regierung will an einem Plan zur Rekapitalisierung der Banken im Umfang von bis zu vier Mrd. Euro festhalten, hat aber Änderungen angekündigt, die bisher nicht näher erläutert worden sind.

Slowenien gerate anscheinend zunehmend ins Blickfeld der Märkte, schrieben Montalto und Burton, denn die Investoren fragten sich, welches Land als nächstes in Schwierigkeiten geraten könne.

Die Notenbank schätze den Umfang der faulen und gefährdeten Kredite in den Büchern der slowenischen Banken auf rund sieben Mrd. Euro, hieß es in der Nomura-Notiz. Die entscheidende Frage sei, ob die Kernkapitalquote Tier 1 der Banken unter den geforderten zehn Prozent liege.

Standard & Poor’s senkte die Bonitätsnote für Slowenien am 13. Februar um eine Stufe auf “A-” und verwies auf die angekündigte Staatshilfe für die Banken.

Noch mehr Problemkredite

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht Slowenien in einer "negativen Spirale der Finanzkrise, fiskalen Konsolidierung und schwachen Unternehmensbilanzen" verfangen, die die Rezession verlängert. "Unverzügliches Handeln ist notwendig, um diese Spirale zu durchbrechen und die Konjunktur wieder im Gang zu bringen", teilte die IWF-Delegation nach Abschluss ihrer Mission in Slowenien mit.

Die Sanierung des Finanzsektors und Ausbesserung der Unternehmensbilanzen sind laut der IWF-Mission die wichtigsten Aufgaben des kleinen Euro-Landes. Die abgeschlossenen Pensions- und Arbeitsmarktreform sieht der IWF als einen Weg in die richtige Richtung. Die IWF-Delegation hat am Montag ihren einwöchigen Besuch in Slowenien beendet.

Ein großer Teil des Berichts ist dem slowenischen Bankensektor gewidmet. Die IWF-Delegation warnt vor einer weiteren Steigerung von Problemkrediten. Der Anteil von faulen Krediten stieg vom 11,2 Prozent Ende 2011 auf 14,4 Prozent im 2012. In den drei größten Banken stieg der Anteil in dieser Periode vom 15,6 auf 20,5 Prozent.

Slowenische Bad Bank

Der IWF sieht die Gründung einer Zweckgesellschaft zur Verwaltung von Forderungen der Banken, der sogenannten slowenischen Bad Bank, als eine effektive Maßnahme zur Bereinigung der Bankbilanzen. Der Fonds mahnt jedoch, dass darüber hinaus auch weitere Rekapitalisierungen notwendig seien. Die drei Großbanken werden heuer rund 1 Milliarde Euro an frischem Kapital brauchen. Eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage könnte den Kapitalbedarf noch vergrößern. Mit Rücksicht darauf, dass der Großteil von Problemkrediten an Unternehmen vergeben war, rief der IWF Slowenien auch auf, die Schwachstellen in der Unternehmensführung in Angriff zu nehmen.

Nach IWF-Einschätzung wird die Wirtschaftsleistung in Slowenien heuer um 2 Prozent schrumpfen. Die Projektionen sagen für 2014 wieder ein Wachstum voraus - jedoch unter der Voraussetzung der Implementierung von Reformen und der Erholung im Euroraum.

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