Slowenien: Mit Privatisierungen gegen die Staatsschulden

Slowenien: Mit Privatisierungen gegen die Staatsschulden

Erst in der vergangenen Woche gelang es Slowenien zwei Staatsanleihen erfolgreich am Kapitalmarkt zu platzieren. Trotz des Erfolges will das Land als potentieller Kandidat des Euro-Rettungsschirms mit Privatisierungen eben genau diesem entkommen.

Das als Kandidat für den Euro-Rettungsschirm ESM geltende Slowenien will sich mit dem Verkauf der größten Telekommunikationsfirma und der zweitgrößten Bank des Landes aus der finanziellen Misere befreien. Die staatseigene Bank Nova KBM solle noch in diesem Jahr verkauft werden, hieß es am Montag in Kreisen der Regierung in Ljubljana.

Einem unbestätigten Medienbericht zufolge soll außerdem die slowenische Telekom veräußert werden. Erst Anfang Mai hatte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit des Landes wegen der Probleme im Bankensektor und der hohen Verschuldung auf das Ramschniveau "Ba1" gesenkt.

Banken sitzen auf faulen Krediten

Die slowenische Zentralbank forderte die Regierung am Montag auf, ihre Privatisierungspläne zu beschleunigen. Die Banken des Landes, von denen die meisten in Staatsbesitz sind, ächzen unter faulen Krediten im Umfang von sieben Milliarden Euro. EU-Währungskommissar Olli Rehn hatte am Freitag gesagt, das Land müsse nicht unter den Euro-Rettungsschirm ESM, wenn es zügig genug reagiere, um sein Staatsdefizit zu senken.

Vergangene Woche hatte die Regierung trotz der Bonitäts-Herabstufung zwei Staatsanleihen im Volumen von insgesamt 3,5 Milliarden Dollar erfolgreich am Kapitalmarkt platzieren können. Damit dürfte sie bis zum Jahresende ihren Finanzbedarf gedeckt haben.

Der Verkauf der Telekom, an der der Staat einen Anteil von 74 Prozent hält, könnte der Regierung einige Hundert Millionen Euro in die Kassen spülen. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt zurzeit bei rund 624 Millionen Euro. Die Nova KBM kommt dagegen nur auf eine Marktkapitalisierung von 90 Millionen Euro. Die Bank schreibt Verluste. Die Regierung plant, die faulen Kredite dieser und anderer Banken ab Juni in eine Bad Bank auszulagern, um die Bilanzen der Institute zu sanieren.

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