Sinn zur Griechenland-Rettung: Bürger werden getäuscht

Sinn zur Griechenland-Rettung: Bürger werden getäuscht

Es sei klar, dass Griechenland seine Schulden nicht zurückzahlen könne, sagte Sinn am Donnerstag im Deutschlandfunk. Er finde es allerdings "problematisch, dass man die Schuldenschnitte nicht wirklich ausweist, sondern das alles über Zinssenkungen macht".

Hier kämen "riesige Lasten" auf die Gläubigerländer zu, ohne dass die schon heute verbucht werden müssten. Die drohende Belastung durch die Griechenland-Hilfspakete für andere Länder bezifferte Sinn auf 30 bis 40 Mrd. Euro. Dies solle die Politik den Bürgern auch sagen.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte eingeräumt, dass die deutschen Steuerzahler durch die am Montag in Brüssel vereinbarten Hilfsmaßnahmen im kommenden Jahr mit 700 Mio. Euro belastet werden. Auch Schäuble wisse, dass die Belastung in Wahrheit weit höher sei, sagte Sinn. Allein der Verzicht auf Zinsen bei den Mitteln, die Griechenland aus dem Rettungsschirm EFSF bekomme, summiere sich über die angepeilten 15 Jahre auf 30 Milliarden. "Da kommt doch Gewaltiges zusammen."

"Forderungen nicht erfüllt"

Kritisch bewertete Sinn auch die Anstrengungen der Regierung in Athen. Griechenland habe die Forderungen der internationalen Geldgeber "überhaupt nicht erfüllt, sondern die Kriterien wurden sukzessive immer wieder zurückgenommen". Dass die Griechen sparten, stimme nicht, "sie reduzieren nur ihre Netto-Neuverschuldung". Die Bürger würden auch hier "über die wahren Verhältnisse hinweggetäuscht".

Der Deutsche Bundestag entscheidet am Freitag über Hilfen für Griechenland. Es handelt sich dabei um ein ganzes Bündel von Änderungen am zweiten Hilfspaket, das von den Euro-Finanzministern in der Nacht zum Dienstag ausgehandelt worden war. Verbunden ist damit auch die grundsätzliche Freigabe von Hilfszahlungen in Höhe von insgesamt 43,7 Mrd. Euro an das überschuldete Mittelmeerland.

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