"Seht die Schiiten, seht euer Ende, ihr Hunde!"

"Seht die Schiiten, seht euer Ende, ihr Hunde!"

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte veröffentlichte am Mittwoch ein Video, auf dem sunnitische Rebellen die Tötung von 60 schiitischen Dorfbewohner im Osten von Syrien feiern.

Beim Angriff eines Helikopters der Regierungstruppen auf einen Grenzort im Libanon wurden inzwischen mehrere Menschen verletzt.

Auf dem Video, das die Beobachtungsstelle veröffentlichte, sind bewaffnete Männer zu sehen, die in dem Dorf Hatlah in der Provinz Deir Essor verstümmelte Leichen und brennende Häuser vorführen. "Gott ist groß, alle Häuser der Schiiten wurden in Brand gesteckt", kommentiert eine Stimme auf dem Video. "Hier sind die Kämpfer des Jihad (Heiligen Krieg) zu sehen, die ihren Einzug in die Häuser der ungläubigen Schiiten feiern." Ein anderer Kämpfer ruft vor einer Leiche: "Seht die Schiiten, seht euer Ende, ihr Hunde!"

Nach Angaben der Beobachtungsstelle hatten schiitische Kämpfer einen Posten der Rebellen angegriffen und dabei zwei Aufständische getötet. Daraufhin hätten die Rebellen das Dorf Hatlah überfallen und dabei rund 60 Dorfbewohner getötet. Der Bürgerkrieg in Syrien hat sich im vergangenen Jahr zunehmend zu einem Konflikt zwischen Konfessionen entwickelt. Während sich die Rebellen vorwiegend aus der sunnitischen Mehrheitsbevölkerung rekrutieren, gehört Präsident Bashar al-Assad der Minderheit der Alawiten an - einer Abspaltung der Schiiten.

Vormarsch vor Aleppo stoppen

Das Eingreifen der schiitischen Hisbollah-Miliz bei der Rückeroberung der Rebellenhochburg Qusair (Kusseir) vergangene Woche trug weiter zur Konfessionalisierung des Konflikts bei. Durch die Einnahme Qusairs gestärkt drangen am Mittwoch die Regierungstruppen in der nahegelegenen Stadt Homs auf mehrere Viertel vor, die seit Monaten von den Rebellen gehalten werden. Laut der Beobachtungsstelle bereitete die Armee auch eine Offensive auf die nördliche Großstadt Aleppo vor.

Frankreichs Außenministers Laurent Fabius forderte, den Vormarsch auf Aleppo zu stoppen. Die Truppen Assads sowie die libanesische Hisbollah-Miliz und iranische Kräfte hätten in den vergangenen Wochen "mit russischen Waffen ein beachtliches Gebiet zurückerobert", sagte Fabius im Fernsehsender France 2. "Es ist notwendig, dass dieser Vormarsch vor Aleppo gestoppt werden kann." Nötig sei ein "Kräfteausgleich" zwischen Opposition und Regierung, sonst werde es keine Genfer Friedenskonferenz geben.

Der britische Premier David Cameron gab bekannt, dass Russlands Präsident Wladimir Putin zum G-8-Gipfel kommende Woche in London einen Tag früher kommen werde, um mit ihm über die geplante Syrien-Konferenz zu beraten. Russland hatte gemeinsam mit den USA die Konferenz in Genf angeregt, um eine Lösung für den Konflikt zu finden. Ein Termin für die Konferenz steht noch nicht fest, die jüngsten Erfolge der syrischen Armee dürften Beobachtern zufolge jedoch die Gespräche kaum erleichtern.

Ein syrischer Kampfhubschrauber bombardierte unterdessen einen Grenzort im Libanon. Der Helikopter habe drei Geschoße auf Aarsal abgefeuert, mehrere Menschen seien verletzt worden, sagte ein Vertreter der libanesischen Sicherheitsdienste. Vor wenigen Tagen waren in der Ortschaft, die den Aufständischen nahesteht, zahlreiche Verletzte aus Qusair eingetroffen.

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