Schweiz sagt Klassenkampf ab: Keine Beschränkungen bei Managergehältern

Schweiz sagt Klassenkampf ab: Keine Beschränkungen bei Managergehältern

Die Schweiz hat in einer Volksabstimmung gegen eine Beschränkung der Managergehälter maximal auf das Zwölffache neu eingetretener Angestellter gestimmt.

Bern. Die Schweizer haben sich am Wochenende klar gegen eine Beschränkung von Managergehältern maximal auf das Zwölffache der Gehälter neu in ein Unternehmen eingetretener Angestellter ausgesprochen. 66 Prozent der Wahlberechtigten stimmten gegen diese Maßnahme, die weit über alle Beschränkungen hinaus ginge, die es in Industriestaaten gibt.

Valentin Vogt, Präsident der Schweizer Arbeitnehmervereinigung erklärte in einem Gespräch mit dem Schweizer Fernsehen SRF: "Es ist eine große Erleichterung. Es ist ein Signal, dass der Staat kein Mitspracherecht bei den Gehältern hat."

In der Schweiz gibt es zumindest fünf der 20 bestverdienenden CEOs Europas. Die Kritik an deren überzogenen Gehältern ist nach der Rettung der Bank UBS im Jahr 2008 mit Hilfe von Steuergeldern und das bekannt gewordene - und später wieder verworfene - Vorhaben des Pharmakonzerns Novartis, dem scheidenden Chef Daniel Vasella eine Abfindung von 78 Millionen Dollar zu zahlen. Kurz danach schien es, als ob die 1:12 Regel bei der Abstimmung beschlossen werden könnte. Das Blatt wendete sich jedoch wieder, als bekannte Firmenchefs, darunter Roche CEO Severin Schwan und ABB Chef Ulrich Spiesshofer, erklärten, dem Land könnten dadurch gute Manager verloren gehen, was schlecht für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz wäre.

Zustimmung für Beschränkungen

Unterstützer der 1:12 Initiative erklärten hingegen, dass diese Bestimmung bloß 0,3 Prozent aller Schweizer Unternehmen und landesweit nur etwa 3400 Manager betreffen würde.




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Diskussionen um Beschränkungen von Managergehältern sind nicht alleine auf die Schweiz beschränkt. Eine von GfK im benachbarten Deutschland durchgeführte Umfrage ergab, dass beinahe drei Viertel der Wahlberechtigten für eine solche Regelung stimmen würden. In Spanien bereitet die Sozialistische Partei eine ähnliche Bestimmung vor.

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