"Schuldenerlass für Griechenland wahrscheinlich"

"Schuldenerlass für Griechenland wahrscheinlich"

Das berichtete die Zeitung "De Standaard". "Schuldenerlass für Griechenland ist wahrscheinlich", soll Coene im belgischen Ghent gestern gesagt haben. Außerdem plädiert er dafür, dass Spanien unter den Euro-Rettungsschirm schlüpft.

"Spanien sollte dringend Hilfe beantragen", so der belgische Notenbankchef auf einer Veranstaltung an der Universität Ghent. Er äußerte sich demnach besorgt darüber, dass die Rendite für zehnjährige spanische Anleihen jüngst wieder rund sechs Prozent erreicht hatte. Falls es erneut zu Turbulenzen an den Märkten stelle sich die Frage, welche Munition die Europäische Zentralbank (EZB) noch dagegen in petto habe. Die EZB hat unter den Rettungsschirm schlüpfenden Schuldenländern Hilfe durch Anleihenkäufe am Sekundärmarkt angeboten. Spanien, das unter hoher Schuldenlast ächzt, hat sich bislang nicht zu einem Antrag auf Hilfe aus dem Rettungsfonds ESM durchringen können.

Laut Zeitung äußerte Coene auf der Veranstaltung auch Sympathie für die Idee, dass Griechenland zumindest ein Teil seiner Schulden erlassen werden sollte, um mittelfristig eine nachhaltige Sanierung des Landes zu gewährleisten. Deutschland und der Internationale Währungsfonds (IWF) liegen in dieser Frage überkreuz. Während der IWF die öffentlichen Gläubiger Griechenlands zu einem teilweisen Schuldenschnitt auffordert, sind die Eurogruppe und auch die Bundesregierung gegen eine solche Maßnahme. Auch die EZB lehnt sie ab. Griechenland hatte dieses Jahr bereits mit den Privatgläubigern einen freiwilligen Schuldenschnitt vereinbart. Dabei verzichteten die Inhaber der Anleihen im Volumen von 206 Milliarden Euro auf insgesamt 53,5 Prozent des Nominalwerts der Papiere.

Konzentration auf Finanzierungslücke 2013/2014

Unterdessen wollen die Euro-Finanzminister bei ihrem Treffen in der kommenden Woche laut Insidern die Finanzierungslücke Athens lediglich bis 2014 stopfen und eine Lösung bis 2020 erst später suchen. "Wir werden uns auf 2013 und 2014 konzentrieren. Dabei geht es um eine Summe von etwa 13,5 Milliarden Euro", sagte die an den Verhandlungen beteiligte Person der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch, ohne weitere Details zu nennen.

Laut einem Vorabbericht des "Handelsblatt" (Donnerstag) könnte diese Summe ohne neue Kredite aufgebracht werden. Ein nicht namentlich genannter Vertreter der Euro-Zone sagte der Zeitung, frisches Geld sei derzeit keine Option. Zusätzlich zu einem Zinserlass sei deshalb auch eine Verlängerung der Laufzeiten im Gespräch.

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