Schneechaos: Ein Viertel aller slowenischen Haushalte ohne Strom

Schneechaos: Ein Viertel aller slowenischen Haushalte ohne Strom

Die Stromversorgung in Slowenien bleibt dramatisch: Ein Viertel aller Haushalte hat keinen Strom mehr, für viele Menschen war es bereits der vierte Tag ohne Elektrizität. Mehr als 17.000 Helfer der Feuerwehr und des Zivilschutzes kämpfen gegen die Schneemassen.

Unzählige umgestürzte Bäume behinderten den Verkehr, viele abgelegenere Orte waren deshalb nicht erreichbar. Drei Viertel aller slowenischen Schulen blieben am Montag geschlossen, auch Kindergärten blieben zu.

"Slowenien wurde von einer Naturkatastrophe größeren Ausmaßes getroffen", sagte Verteidigungsminister Roman Jakic am Montag. Die erste Priorität sei es, diejenige zu versorgen, die am längsten von Stromausfällen betroffen seien. Außerdem müsse die Wasserversorgung gewährleistet werden, sagte Jakic laut Medienberichten nach einem Krisentreffen der Einsatzkräfte.

Notstromaggregate aus Österreich

Der Minister lobte die "rekordschnelle" Hilfe aus Österreich, das seinem südlichen Nachbarn leistungsfähige Notstromaggregate zur Verfügung gestellt hatte. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums war aus Österreich ein Konvoi mit 40 Fahrzeugen, einem 100-Mann starken Team und 20 Generatoren eingetroffen. Die Helfer aus Niederösterreich werden in Logatec (rund 30 Kilometer westlich von Ljubljana) stationiert sein und je nach Bedarf in verschiedene Orte in den Einsatz geschickt.

Mit Generatoren halfen auch schon Deutschland und Tschechien aus. Kroatien bot weniger starke Generatoren an, während Italien und Ungarn mitteilen, dass sie wetterbedingt selbst die Notstromaggregate brauchen würden, hieß es. Die Regierung beschloss außerdem, auch über den EU-Zivilschutz-Mechanismus um Hilfe in Form von rund 100 leistungsfähigen Generatoren (mehr als 100 kW) anzusuchen.

In einigen Teilen Sloweniens - wie etwa in der südwestlichen Region Notranjska - gab es seit vergangenem Freitag keinen Strom. Obwohl die Energieversorger alle verfügbaren Kräfte im Einsatz hatten, dauere es vor allem im abgelegeneren Gebieten bis zu zwei Wochen, bis die Stromversorgung wieder hergestellt wird, hieß es. Die schweren Schnee- und Eislasten richten ständig neue Schäden an den Stromleitungen an, auch an jenen, die bereits repariert worden seien, berichtete der Verteidigungsminister. Nach Angaben der Behörden waren neben den Mitarbeitern der Energieversorger und Soldaten, rund 10.000 freiwillige Feuerwehrleute und mehr als 7.600 Kräfte des Zivilschutzes im Einsatz.

Kein Zugang zu vielen Ortschaften

Unzählige Ortschaften waren wegen umgestürzter Bäume unzugänglich. Nach Jezersko in der Nähe des österreich-slowenischen Grenzübergangs Seebergsattel rückte die Armee mit zwei Radpanzern vor. Eine Versorgung per Hubschrauber war wegen schlechter Sicht unmöglich, berichteten die Medien. Hilfe für die Bevölkerung von Jezersko kam auch aus Kärnten. Das Rote Kreuz wird für die medizinische Notversorgung des Gebietes sorgen, Feuerwehren und Straßenmeistereien bei Aufräumarbeiten helfen, teilte der Kärntner Landespressedienst in einer Aussendung mit. Zudem wird die Feuerwehr ein Notstromaggregat zur Verfügung stellen.

Zahlreiche Bahnstrecken blieben geschlossen

Sowohl der Verkehr an regionalen und lokalen Straßen als auch der Bahnverkehr waren stark behindert. Zahlreiche Bahnstrecken blieben geschlossen, so auch die Bahnlinie Richtung Norden, zwischen Kranj und Jesenice. Dort beförderte die slowenische Bahngesellschaft die Passagiere mit Bussen. Wenn es möglich war, wurden Diesellokomotiven eingesetzt (z.B. von Ljubljana in Richtung Nordosten), es kam aber zu langen Verspätungen. Züge nach Österreich hatten laut Bahn rund 120 Minuten Verspätung.

Auch der Laibacher Zoo, der inmitten des stark beschädigten Stadtwaldes Roznik liegt, litt unter dem Wetter. Schnee-und Eisbrüche beschädigten in der Nacht den Zaun des Wolfsgeheges, die Tiere blieben aber trotz der Fluchtmöglichkeiten in der gewohnten Umgebung, hieß es aus dem Zoo. Er soll mindestens eine Woche geschlossen bleiben.

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

Politik

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

International

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

der polnische Finanzminister Mateusz Szczurek will 700 Milliarden für Investitionen in Europa. Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sollen einzahlen
 

International

Polen will 700-Milliarden-Investitionsfonds für Europa