Romney: "Sie waren sehr großzügig"

Romney: "Sie waren sehr großzügig"

Der unterlegene Präsidentschaftskandidat Mitt Romney kann seine Niederlage nicht verdauen und sieht den Grund dafür in den "Geschenken" Obamas an Minderheiten. Sogar seine eigene Partei ist entrüstet.

Der gescheiterte republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat mit verbitterten Äußerungen über seine Wahlniederlage gegen Amtsinhaber Barack Obama in seiner Partei für Unverständnis gesorgt. Obama habe die Wahl in der vergangenen Woche dank seiner "Geschenke" für Frauen, junge Leute, Afroamerikaner und Wähler lateinamerikanischer Abstammung gewonnen, sagte Romney laut Medien am Mittwoch bei einer Telefonkonferenz mit Spendern für seinen Wahlkampf.

In seinen ersten veröffentlichten Aussagen seit seiner Niederlage warf Romney dem Präsidenten vor, die "alte Strategie" der Demokraten gewählt zu haben, ihre Anhängerschaft mit Versprechen an die Wahlurne zu bringen. "In jedem einzelnen Fall waren sie sehr großzügig", sagte er den Angaben zufolge. Die jungen Leute etwa habe Obama mit einem Zinserlass bei den Krediten für Studiengebühren für sich gewonnen, Frauen mit kostenlosen Verhütungsmitteln.

Für Latinos sei die kostenlose Gesundheitsvorsorge und die "Amnestie für Kinder von illegalen Einwanderern" ein "großes Plus" gewesen, sagte Romney. Bei Obamas Wahlkampf sei es um die "kleinen Dinge" gegangen, bei seiner Kampagne dagegen um die "großen Fragen".

In der republikanischen Partei, die sich nach der Wahlniederlage um mehr Attraktivität für weibliche Wähler und Minderheiten bemüht, stießen die Äußerungen von Romney auf Unverständnis. "Ich weise diese Auffassung absolut zurück", sagte der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal. "Das steht nicht dafür, wo wir als Partei stehen und wo wir hingehen." Der indischstämmige Jindal gilt als einer der Nachwuchsstars der Republikaner.

Obama hatte die Präsidentschaftswahl überraschend klar gewonnen, nachdem Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorausgesagt hatten. Der Präsident sicherte sich in den US-Staaten 332 Wahlmännerstimmen, Romney kam nur auf 206 Wahlmänner. Auch beim landesweiten Stimmenanteil lag Obama mit 51 Prozent vorne, Romney erhielt dagegen 48 Prozent. "Es tut mir Leid, dass wir nicht gewonnen haben", sagte Romney in der Telefonkonferenz.

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