Romney schießt sich ganz gewaltig ins Knie: Zweites Video aufgetaucht!

Romney schießt sich ganz gewaltig ins Knie: Zweites Video aufgetaucht!

Es ist ein Traum-Wahlgeschenk für die Demokraten. Der republikanische Spitzenkandidat Mitt Romney schießt sich mit unbedachten Wählerschmähungen so gewaltig selbst ins Knie, dass manche Experten sagen: Dies ist der "Game Changer", der entscheidende Moment, in dem der Ex-Gouverneur die Präsidentenwahl verloren hat. Nun tauchte auch noch ein zweites Video auf. Darin äußert Romney die Einschätzung, dass die Palästinenser keinen Frieden wollten und eine Lösung des Konflikts mit Israel nicht möglich sei.

Ein Video zeigt, wie Romney die potenziellen Wähler von Präsident Barack Obama und damit die Hälfte der Bevölkerung praktisch als Schmarotzer abtut. Das spielt seinen Gegnern geradezu ideal in die Hände. Es wirft Romney erneut in die Ecke, aus der er unbedingt herauskommen muss, wenn er die Wahl gewinnen will: die des herzlosen Multimillionärs, der nichts von den Nöten der Mittelklasse und Armen versteht.

"Mein Job ist, mir kein Kopfzerbrechen über diese Leute zu machen", sagt Romney über jene "47 Prozent, die keine Einkommensteuer zahlen" - und ohnehin Obama wählten. "Ich werde sie niemals überzeugen, dass sie persönliche Verantwortung übernehmen und für ihr Leben sorgen sollten."

Das Video kommt zu einem Zeitpunkt in die Öffentlichkeit, zu dem Romney im Wahlkampf bereits stark ins Stolpern gekommen ist. Der Ex-Gouverneur profitierte überhaupt nicht vom jüngsten Parteitag der Republikaner, während Obama laut Umfragen einen Vorsprung von fünf Prozent für sich herausarbeiten konnte.

Medien wie "Politico" berichten über Chaos in seinem Wahlkampfteam - just, wo es in den Wahl-Endspurt geht. Demnach wurde vor dem Republikaner-Treffen in Tampa so viel an Romneys Nominierungsrede herumgedoktert, dass am Ende wichtige Passagen fehlten. So sagte Romney nichts zu Afghanistan und zollte kein Tribut ans US-Militär, was bei den Republikanern schon fast einer Todsünde gleichkommt.

Patzer über Patzer

Dann konnte er es sich nicht verkneifen, nach dem Angriff auf die US-Botschaft in Kairo in der vergangenen Woche eiligst über Obama herzufallen, ihn als Sympathisant der Gewalttäter abzustempeln - ebenfalls ein Schuss, der nach hinten los ging. Und das alles sind nur jüngste Tritte ins Fettnäpfchen.

Neues Video

Am Dienstag tauchte ein zweites Video auf, dass bei der Veranstaltung im Mai heimlich gedreht worden war. Darin äußert Romney die Einschätzung, dass die Palästinenser keinen Frieden wollten und eine Lösung des Konflikts mit Israel nicht möglich sei. "Ich sehe es so, dass die Palästinenser aus politischen Erwägungen keinen wie auch immer gearteten Frieden haben wollen, dass sie sich der Zerstörung und Auslöschung Israels verschrieben haben (...), und ich sage, es gibt da keinen Weg (zu einer Lösung)."

Dies alles seien "unnötige Fehler", das heißt, Romney stelle sich ohne Zutun seiner Gegner selbst ein Bein, befand die "Washington Post" am Dienstag. Immer größer werde auch der Unmut darüber, dass es Romney einfach nicht schaffe, die Sorge der Amerikaner über Wirtschaft und Jobs in Prozentpunkte für sich umzuwandeln. Ihm fehle eine klare Botschaft, was und wie er es besser machen wolle.

So verlautete denn auch just am Montag, im Camp Romney sei ein Strategiewechsel im Gange. Mehr Details, mehr Nähe zu den Wählern - so werde es weitergehen. Und nun das.

Dabei sind sich Experten darin einig: Was Romney über jene 47 Prozent sagte, die sich als "Opfer" fühlten und keine Verantwortung für sich selbst übernähmen - das ist politisch ein schwereres Kaliber als ein Versprecher wie bei der Vorstellung seines Vizekandidaten Paul Ryan als "nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten".

Romneys Wahlkampf krankt hauptsächlich daran, dass er sein Image als gefühlloser Reicher bisher nicht loswerden konnte. Obama dagegen kommt als Kämpfer der Mittelklasse herüber. "Das wird sich nun unweigerlich manifestieren", sagte ein CNN-Kommentator voraus.

Dabei spielt es keine Rolle, dass Romney in einem Punkt Recht hat. Statistiken zeigen, dass ein großer Teil der US-Bevölkerung tatsächlich keine Steuern zahlt - nicht alle deshalb, weil sie zu wenig verdienen. Das Problem liegt darin, dass die abfälligen Äußerungen von einem Superreichen kommen, der gerade mal 14 Prozent Steuern zahlt, weil das System es ihm erlaubt.

Zum Schaden kommt noch der Spott: Denn Romneys unvorsichtige Worte fielen ausgerechnet während einer Spendensammel-Veranstaltung mit stinkreichen Geldgebern. Kein Wunder, dass im Internet Witze kursieren wie der, dass es nun eine neue Wahlkampfstrategie geben werde: Romney lasse sich seinen Mund zunähen - bis zur Wahl am 6. November.

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