Romney: "Der Präsident hat seine Wähler, ich habe meine"

Romney: "Der Präsident hat seine Wähler, ich habe meine"

Romney verteidigte am Montagabend seine heimlich gefilmten Äußerungen über die "47 Prozent", die wegen ihrer Abhängigkeit vom Staat ohnehin Präsident Barack Obama wählen würden. Auch ein Kommentar über die angebliche Friedensunwilligkeit der Palästinenser sorgte für Irritationen.

Das linksgerichtete US-Magazin "Mother Jones" hatte auf seiner Internetseite Auszüge eines Videos veröffentlicht, das eine Rede Romneys im Mai in Florida vor reichen Spendern zeigt. Darin sprach er über jene "47 Prozent der Menschen", die im November auf jeden Fall für Obama stimmen würden - die selbst erklärte "Opfer" seien, Ansprüche auf staatliche Leistungen erhöben und keine Einkommenssteuern zahlten. "Mein Job ist nicht, mich um diese Leute zu kümmern", sagte Romney. "Ich werde sie niemals überzeugen, persönlich Verantwortung zu übernehmen und für ihre Leben zu sorgen."

Die Aussage sei zwar "nicht elegant" gewesen, sagte Romney auf einer eilig angesetzten Pressekonferenz in Los Angeles. Er habe aber den "politischen Prozess" beschrieben, welche Wähler er im Wahlkampf auf seine Seite ziehen könne. "Der Präsident hat seine Gruppe, und ich habe meine Gruppe", sagte der Kandidat. Obama und er hätten auch "unterschiedliche Vorstellungen über eine von der Regierung dominierte Gesellschaft und eine Gesellschaft, die von freien Menschen angetrieben wird, die ihre Träume verfolgen".

Im Internet kursierten am Dienstag weitere Ausschnitte des Videos, in denen Romney Aussagen zu diversen heiklen politischen Themen macht. So sagte der Republikaner den Spendern, die Palästinenser hätten "überhaupt kein Interesse" an einem Frieden mit Israel. Als Präsident würde er im Nahost-Prozess lediglich auf Zeit spielen. "Du hoffst auf einen gewissen Grad an Stabilität, aber du erkennst, dass dies ein ungelöstes Problem bleiben wird", sagt Romney in dem Video. Es gebe nur die Hoffnung, dass "irgendwann irgendwie irgendwas passieren und es lösen wird".

Romney versuchte sich auch an einem Witz über die Herkunft seines Vaters, der als Kind von US-Bürgern in Mexiko geboren wurde. "Wenn er mexikanische Eltern gehabt hätte, hätte ich eine bessere Chance, zu gewinnen", spielte der Republikaner auf die wachsende Bedeutung von Wählern lateinamerikanischer Abstammung an. "Ich meine, ich sage das als Scherz, aber es wäre hilfreich, Latino zu sein."

Der Republikaner-Kandidat erzählte auch eine Anekdote aus seiner Zeit als Finanzinvestor bei Bain Capital. "Wir fuhren nach China, um da eine Fabrik zu kaufen", berichtet Romney in dem Video. Dann erzählt er, dass dort vor allem junge Frauen zwischen 18 und 23 Jahren gearbeitet hätten, die in engen Wohnheimen gehaust hätten. Um das Fabrikgelände habe ein Stacheldrahtzaun geführt - der nach Auskunft des Fabrikbesitzers aber dazu gedient habe, Schwärme an arbeitssuchenden Menschen von dem Werk fernzuhalten.

Im Duell zwischen Obama und Romney hatte es lange Zeit nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen bei den Wahlen am 6. November ausgesehen. Eine ganze Reihe von Pannen im Romney-Wahlkampf warfen den Herausforderer im Kampf um das Weiße Haus jedoch zurück. 50 Tage vor dem Urnengang liegt der Präsident nun in landesweiten Umfragen vorn.

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