Rezessionsland Eurozone

Rezessionsland Eurozone

Die Eurozone steckt in der längsten Rezession ihrer Geschichte. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte von Januar bis März bereits das sechste Quartal in Folge. Das Minus fiel mit 0,2 Prozent doppelt so stark aus wie von Ökonomen erwartet.

Anbei eine Übersicht, wie es in den Krisenstaaten aussieht - und wie die Aussichten sind:

Frankreich

Die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone schrumpfte zum zweiten Mal in Folge um 0,2 Prozent. Damit steckt sie erstmals seit vier Jahren in der Rezession. Die Verbraucher gaben weniger Geld aus, die Unternehmen investierten weniger, die Exporte fielen. Die EU-Kommission erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt auch im Gesamtjahr erstmals seit 2009 schrumpfen wird - wenn auch mit 0,1 Prozent nur minimal. "Die real verfügbaren Einkommen der Verbraucher schwächeln wegen der steigenden Arbeitslosigkeit und höherer Steuern", so die EU-Kommission. "Das anhaltend ungünstige Unternehmervertrauen dürfte die Investitionen weiter fallen lassen."

Italien

Italien steckt in der längsten Rezession seit 1970. Das Bruttoinlandsprodukt fiel von Januar bis März um 0,5 Prozent und damit das siebte Quartal in Folge. Sowohl die Binnennachfrage als auch die Exporte schwächeln. Die EU-Kommission erwartet keine baldige Trendwende. "Es gibt keine klaren Signale für eine kurzfristige Erholung, da sich sowohl das Verbrauchervertrauen als auch das Geschäftsklima im negativen Bereich befindet", stellte sie kürzlich fest. 2013 wird die Wirtschaft nach Prognose der Kommission um 1,3 Prozent schrumpfen.

Griechenland

Um 5,3 Prozent brach das BIP im Vergleich zum ersten Quartal 2012 ein. Griechenland steckt damit bereits im sechsten Rezessionsjahr in Folge. "Die hohe Arbeitslosigkeit und Einschnitte bei Löhnen und Sozialleistungen werden den privaten Konsum weiter drücken", befürchtet die EU-Kommission. 2014 soll die Rezession enden: Erwartet wird ein Mini-Wachstum von 0,6 Prozent. Dann soll auch die Arbeitslosenquote fallen, die in diesem Jahr mit 27 Prozent einen Rekordwert erreichen sollte.

Spanien

Die Wirtschaftsleistung brach um 0,5 Prozent ein. Das ist der siebte Rückgang in Folge. Ein Grund dafür ist die Rekordarbeitslosenquote von 27,2 Prozent. Das Land leidet noch immer unter dem geplatzten Immobilienboom. "Die Binnennachfrage wird wohl schwach bleiben, aber die preisliche Wettbewerbsfähigkeit solle sich schrittweise verbessern und die Exporte an Schwung gewinnen", sagt die Kommission voraus. 2014 soll dann ein Wachstum von 0,9 Prozent zu Buche stehen.

Irland

Von allen Krisenstaaten macht Irland die größten Fortschritte. Daten für das erste Quartal liegen zwar noch nicht vor. Das Wirtschaftswachstum dürfte sich aber in diesem Jahr auf 1,1 Prozent erhöhen und soll sich 2014 auf 2,2 Prozent verdoppeln. Die "Leistung ist ermutigend", so die EU-Kommission. Die unter Steuererhöhungen und Sparprogrammen leidende Binnennachfrage soll im kommenden Jahr erstmals wieder zum Wachstum beitragen. Die Arbeitslosenquote soll bis dahin auf 13,7 Prozent fallen, 2012 waren es noch 14,7 Prozent.

Portugal

Die Wirtschaft schrumpfte nur noch um 0,3 Prozent - Ende 2012 war es noch um 1,8 Prozent nach unten gegangen. Besonders deutlich gingen die Investitionen zurück. Im Gesamtjahr wird ein Minus von 2,3 Prozent erwartet, womit das Bruttoinlandsprodukt das dritte Jahr hintereinander fallen würde. "Sowohl die Wachstumsaussichten für Portugals Exportmärkte als auch die Lage am Arbeitsmarkt haben sich verschlechtert", stellte die EU-Kommission fest. 2014 soll es wieder ein Wachstum von 0,6 Prozent geben.

Zypern

Um 1,3 Prozent brach die Wirtschaftsleistung zu Jahresbeginn ein. Mit 8,7 Prozent dürfte das Bruttoinlandsprodukt 2013 so stark einbrechen wie in keinem anderen Euro-Land. "Das geht vor allem auf den dringlichen Umbau des Bankensektors zurück, der Kreditwachstum und Haushaltssanierung hemmt", befürchtet die EU-Kommission. "Unsicherheit belastet zudem die Binnennachfrage und Investitionen." 2014 soll die Rezession mit 3,9 Prozent deutlich schwächer ausfallen.

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

Politik

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

International

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

der polnische Finanzminister Mateusz Szczurek will 700 Milliarden für Investitionen in Europa. Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sollen einzahlen
 

International

Polen will 700-Milliarden-Investitionsfonds für Europa