Rene Benko kann Karstadt um einen Euro kaufen

Rene Benko kann Karstadt um einen Euro kaufen

Der Milliardär Nicolas Berggruen hat dem Immobilieninvestor Rene Benko und dem Diamantenhändler Beny Steinmetz angeboten, die angeschlagene Kaufhaus-Kette Karstadt um einen Euro zu übernehmen.

Drei Jahre nach der Karstadt-Übernahme hat der Milliardär Nicolas Berggruen dem österreichischen Immobilieninvestor Rene Benko und dem Diamantenhändler Beny Steinmetz laut "manager magazin" die Option eingeräumt, für einen Euro 75,1 Prozent der kriselnden Karstadt-Stammgesellschaft zu übernehmen.

Benko kontrolliert mit seiner Signa Holding bereits das operative Geschäft der Warenhäuser, zu denen auch das berühmte KaDeWe in Berlin gehört. Auch die Mehrheit an Karstadt-Sport hat sich der österreichische Investor mit Signa Holding bereits gesichert. Die übrigen Warenhäuser hatte Berggruen behalten. "Ich glaube an das Unternehmen und seine Mitarbeiter", hatte Berggruen versichert: "Das Kerngeschäft behalten wir komplett." Arbeitnehmervertreter hatten indes mehrfach die Sorge geäußert, Karstadt könne zerschlagen werden. "Den Karstadt-Beschäftigten geht es - unabhängig von eventuellen Veränderungen bei den Eigentümerstrukturen - um die Zukunftsfähigkeit aller Karstadt-Unternehmen", betonte die Gewerkschaft Verdi nun.

Mit Steinmetz hat Benko einen neuen Partner. Steinmetz soll auch Mitbetreiber der Sportsparte mit 28 Filialen werden und je 37,55 Prozent an der Premium- und der Sportfirma übenehmen, berichtete das Magazin unter Berufung auf eine Signa-Aufsichtsratsvorlage weiter. Im Gegenzug werde Berggruen von Signa und Steinmetz entschädigt. Der Milliardär werde an einer Gesellschaft beteiligt, der 18 Warenhaus-Immobilien gehören. Auch eine Beteiligung an den Immobilien von Karstadt-Luxuskaufhäusern stehe im Raum. Verdi fordere auch ein Gespräch mit Steinmetz, wenn sich bestätige, dass er bei Karstadt einsteige, sagte ein Gewerkschaftsvertreter. Im Januar will die Gewerkschaft mit Benko reden.

Benkos Deutschland-Deals

Benko ist im deutschen Einzelhandel kein Unbekannter - er besitzt zahlreiche Karstadt-Immobilien. Zudem hatte er in der Vergangenheit ebenso wie Berggruen vergeblich versucht, die Metro-Tochter Kaufhof zu übernehmen. Steinmetz ist bereits bei Benko investiert und Mitbesitzer von Karstadt-Immobilien. Benkos Signa Holding hatte erklärt, im Dezember 2012 für mehr als 1,1 Milliarden Euro - "zusammen mit der Beny Steinmetz Group" - ein Einzelhandelsportfolio bestehend aus 17 Warenhäusern erworben zu haben. "Alle Objekte sind langfristig an Karstadt vermietet", hieß es damals.

Die rund 20.000 Karstadt-Beschäftigten fürchten um die Zukunft des traditionsreichen Warenhausriesen. Karstadt hat zahlreiche Baustellen. Zum Jahresende scheidet Chef Andrew Jennings aus, ein Nachfolger ist bislang nicht ernannt worden. Jennings hatte dem Warenhausriesen bescheinigt, bei seiner Sanierung noch nicht über den Berg zu sein. Die Wegstrecke, die Karstadt vor sich habe, sei "weiter herausfordernd", bilanzierte Jennings Anfang September.

Benko auch an Bawag-Zentrale interessiert

Die Bawag will ihren Hauptsitz an der Wiener Ringstrasse verkaufen und damit ihre Kapitalquote aufpolstern. Das Finanzinstitut konzentriere sich auf das operative Bankgeschäft und spreche daher mit "mehreren Investoren", die an dem Jugendstil-Gebäude interessiert seien, bestätigte die Bank am Freitag entsprechende Medienberichte. Bisher habe die Bawag jedoch keine Entscheidung getroffen.

Einer dieser Interessenten ist offenbar Rene Benko. Eine Tochter seiner Immobilienfirma Signa habe vor zwei Tagen bei der Bundeswettbewerbsbehörde einen Antrag zum Kauf des Gebäudes gestellt, berichtete die "Presse". Dem "Wirtschaftsblatt" zufolge könnte der Preis für die Bawag-Zentrale bei rund 150 Millionen Euro liegen.

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