Ratingagentur sieht 110 Milliarden Euro Kapitalbedarf bei Europas Banken

Ratingagentur sieht 110 Milliarden Euro Kapitalbedarf bei Europas Banken

Die Ratingagentur Standard & Poor´s bemisst den Eigenkapitalbedarf der größten europäischen Banken mit 110 Milliarden Euro. Die geplante europäische Bankenaufsicht werde jedoch den Abbau von Risiken vorantreiben, meinen die Prüfer.

Frankfurt. Die 50 größten Banken in Europa brauchen nach Berechnungen der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) noch 110 Milliarden Euro mehr Eigenkapital. Erst dann wäre die Kapitalausstattung der Geldhäuser keine Belastung mehr für deren Bonitätsnoten, erklärte S&P in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Die Institute dampften derzeit vor allem ihre Bilanzen ein, um den Kapitalbedarf zu senken: Im ersten Halbjahr habe ein Bilanzabbau um 1,1 Billionen Euro die Lücke in der Kapitaldecke um 34 Milliarden Euro gesenkt.

Dabei leiden Europas Banken im internationalen Vergleich am stärksten an Kapitalnot. Die weltweite Lücke beziffert S&P auf 185 Milliarden Euro. Über 70 Milliarden Euro bräuchten allein Banken aus Griechenland, Portugal, Italien und Spanien. "Wir glauben, dass die Bilanzprüfung der Europäischen Zentralbank (EZB) und der für 2014 geplante Stresstest die Banken weiter ermutigen wird, den Risikoabbau fortzusetzen und frisches Kapital aufzunehmen", schreiben die Ratinganalysten. Doch bei großen Instituten in Portugal und Irland habe der Bilanzabbau nicht ausgereicht. Weitere Rückstellungen für faule Kredite vernichteten dort unter dem Strich Kapital.

Nur wenige Banken - wie Barclays und die Deutsche Bank - hätten es gewagt, die Aktionäre um frisches Kapital zu bitten. "Wir glauben allerdings, dass die Aktionäre es grundsätzlich vorziehen, wenn die Banken eine Verwässerung bei den derzeitigen Bewertungen vermeiden", schreibt S&P. Für das kommende Jahr erwartet S&P daher, dass die Banken mehr Hybridkapital aufnehmen werden, auch um die vorrangig besicherten Gläubiger vor Ausfällen zu schützen. Noch warteten sie aber darauf, dass die EU-Bankenaufseher Klarheit schaffen, welche dieser Mischformen von Eigen- und Fremdkapital als Kapitalpolster anerkannt werden.

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