Pussy Riot: Nach Maria Alechina auch Tolokonnikowa auf freiem Fuß

Pussy Riot: Nach Maria Alechina auch Tolokonnikowa auf freiem Fuß

Eineinhalb Monate vor den Olympischen Spielen in Sotschi bemüht sich der russische Präsident Vladimir Putin um ein neues, weltoffenes Image. Um Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen lässt er Regimekritiker frei.

Nach dem Regimekritiker und Ölmagnagten Michail Khodrokivski wurden nun auch die beiden Pussy-Riot-Mitglieder Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa freigelassen. Politik- und Wirtschaftsexperten werteten die Begnadigungen als offensichtlichen Versuch, Russlands ramponierte Menschenrechtsbilanz vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi aufzupolieren. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, der "zeitliche Zusammenhang" mit dem Großereignis im Februar sei "offenbar".

Die russische Kreml-Kritikerin Maria Alechina hat jedoch keine Freude mit ihrer am heutigen Montag erfolgten Freilassung aus der Haft. "Das ist kein humanitärer Akt, das ist ein PR-Trick", sagte die Musikerin der Punk-Band "Pussy Riot" dem Sender Doschd. Wenn sie eine Wahl gehabt hätte, die Amnestie abzulehnen, hätte sie das getan. Künftig wolle sie sich für die Rechte von Häftlingen und für die Einhaltung von Menschenrechten einsetzen, kündigte die 25-Jährige an: "Glauben Sie mir, ich habe vor nichts mehr Angst."

Tolokonnikowa bezeichnete Russland als "Strafkolonie". Sie rief bei ihrer Freilassung "Russland ohne Putin!" Ihr Ehemann Pjotr Wersilow hatte vor dem sibirischen Gefängnis auf die Freilassung seiner Frau gewartet. Ein drittes Mitglied der Gruppe, Jekaterina Samutsewitsch, war bereits im vergangenen Jahr freigekommen.

Amnestie vor den Olympischen Spielen

Die zwei in Straflagern inhaftierten Musikerinnen Nadeschda Tolokonnikowa (24) und Maria Aljochina (25) der Punkband Pussy Riot fallen unter die von der russischen Duma beschlossene Amnestie. Das teilte Kremlchef Wladimir Putin am Donnerstag bei seiner Jahrespressekonferenz in Moskau mit. Die Aussage galt als wichtiges Signal an den Strafvollzug, die zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilten Künstlerinnen freizulassen. Die Angehörigen der beiden jungen Mütter und Aktivistinnen seien bereits zu den jeweiligen Straflagern gereist, um die Frauen zu begrüßen. Auch Greenpeace-Aktivisten begnadigt

Putin bestätigte zudem, dass 30 Umweltschützer der Organisation Greenpeace unter den Gnadenakt fielen. Damit kommen sie nicht wegen Rowdytums vor Gericht. Sie können nach ihrem Protest gegen Umweltzerstörung in der Arktis das Land jetzt verlassen

Die Chronologie des Falls Pussy Riot

Die Staatsduma hatte am Mittwoch eine Massenamnestie beschlossen, die auch einzelne Gegner Putins betrifft. Der Strafvollzug hat laut der Anordnung sechs Monate Zeit, den Gnadenakt umzusetzen. Demnach müssen die beiden Frauen von Pussy Riot mehrere Dokumente vorlegen, um in Freiheit zu kommen - zum Beispiel einen Nachweis, dass sie das Erziehungsrecht für ihre minderjährigen Kinder haben.

Tolokonnikowa und Aljochina waren im vergangenen Jahr nach einem Anti-Putin-Protest in einer Kirche wegen Rowdytums verurteilt worden. Das Vorgehen der Justiz hatte weltweit Kritik ausgelöst. Die Strafe würde im März enden. Dass sie nun freikommen, werten Beobachter als Zugeständnis des Kremls an den Westen vor den Olympischen Winterspielen, die am 7. Februar in Sotschi eröffnet werden.

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