Proteste in der Türkei gehen weiter: "Heute sind wir stärker und optimistischer"

Proteste in der Türkei gehen weiter: "Heute sind wir stärker und optimistischer"

"Wir werden unseren Widerstand angesichts der Ungerechtigkeiten in unserem Land fortführen", erklärte das Protestbündnis Taksim-Solidarität am Samstag nach nächtlichen Beratungen. "Heute sind wir noch stärker, besser organisiert und optimistischer als vor 18 Tagen" zu Beginn der Proteste in der Türkei, hieß es in einer im Internet veröffentlichten Mitteilung. Am Samstag um 15:00 Uhr war eine Kundgebung geplant.

Vertreter des Bündnisses hatten sich am Donnerstagabend mit Erdogan in dessen Residenz in der Hauptstadt Ankara getroffen. Anschließend erklärte die Regierung, das Bauprojekt im Gezi-Park bis zu einem Gerichtsurteil auszusetzen und anschließend die Bürger Istanbuls dazu in einer Volksabstimmung zu befragen. Am Freitag rief Erdogan die Demonstranten, die seit gut zwei Wochen den Park im Zentrum Istanbuls aus Protest gegen die geplante Wiedererrichtung einer osmanischen Militärkaserne besetzt halten, auf, das Gelände binnen weniger Stunden zu räumen.

Die Pläne für eine Bebauung des Parks nahe dem Taksim-Platz waren Auslöser der Proteste. Angesichts des harten Vorgehens der Polizei und der unnachgiebigen Haltung der Regierung weiteten sie sich aber rasch auf andere Städte aus. Inzwischen richten sie sich allgemein gegen Erdogan, dem die Demonstranten einen autoritären Regierungsstil und die Missachtung abweichender Meinungen vorwerfen. Die vorwiegend jungen und säkular gesinnten Protestteilnehmer verdächtigen ihn zudem, die schleichende Islamisierung der Gesellschaft zu befördern.

Erdogan-Anhänger feiern die "echte Türkei"

Nach zwei Wochen massiver Anti-Regierungsproteste in Istanbul haben sich am Samstag zehntausende Anhänger des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan vor den Toren Ankaras versammelt. Gegen die angeblichen "Extremisten" vom Istanbuler Taksim-Platz feierten die Mitglieder der konservativ-islamischen Partei AKP im Zentrum des Vororts Sincan die "echte Türkei", als deren Anwalt sich Erdogan darstellt. "Wir werden nicht zulassen, dass unser Ministerpräsident Opfer einer Verschwörung in der Türkei und aus dem Ausland wird", sagte der 32-jährige Erdogan-Anhänger Ekrem Cakir.

Mit hunderten von der AKP gemieteten Bussen wurden die Parteimitglieder nach Sincan gebracht. Die Wahlkampfveranstaltung vor der Kommunalwahl im kommenden Jahr sollte den bedrängten Regierungschef wieder in die Offensive bringen. "Das letzte Wort kehrt zu unserem geschätzten Volk zurück, und nicht zu den Randalierern", hieß es mit Blick auf die Ausschreitungen in Istanbul auf einem Plakat. "Jetzt sieht die Welt die Wahrheit" stand auf Englisch auf einem anderen Plakat, eine offenkundige Botschaft an ausländische Medien.

Trotz der Massenproteste gegen geplante Bauvorhaben und einen als autoritär empfundenen Regierungsstil ist Erdogan in der Türkei weiterhin der beliebteste Politiker. Er hat seine Anhänger zu Kundgebungen aufgerufen, um das Bild des angeschlagenen Ministerpräsidenten zu korrigieren.

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