Präsidentenwahl in Mali: Boubacar Keita siegt

Präsidentenwahl in Mali: Boubacar Keita siegt

Noch vor Bekanntgabe des offiziellen Endergebnisses der Stichwahl am Sonntag räumte Keitas Rivale Soumaila Cisse am Montagabend seine Niederlage ein. Keita, der in Mali meist nur "IBK" genannt wird, steht nun vor der schwierigen Aufgabe, sein Land nach einem Militärputsch und einer schließlich gestoppten Offensive islamistischer Rebellen zu einen und wieder aufzubauen.

"Ich habe ihn aufgesucht, um ihm zu gratulieren und ihm viel Glück für Mali zu wünschen", sagte Cisse der Nachrichtenagentur AFP über Kaita. Cisse entschloss sich noch vor Veröffentlichung des Endergebnisses der Stichwahl zu diesem Schritt. Aus dem Umfeld der nationalen Wahlkommission in Bamako erfuhr AFP, Kaita liege nach Auszählung von fast zwei Dritteln der Stimmzettel deutlich vorn.

In der ersten Wahlrunde am 28. Juli hatte Keita 39,8 Prozent der Stimmen erhalten. Cisse kam mit 19,7 Prozent der Stimmen auf den zweiten Platz. Vorwürfe der Wahlfälschung aus seinem Lager wies das Verfassungsgericht zurück. Von den 25 ausgeschiedenen Präsidentschaftskandidaten stellten sich 22 hinter Kaita. Auch die wahhabitische Föderation "Sabati", die nach eigenen Angaben 15 Prozent der Wähler mobilisieren kann, hatte sich für IBK ausgesprochen.

Die Stichwahl war ohne größere Zwischenfälle verlaufen. Die Wahlbeteiligung lag aber anscheinend etwas niedriger als bei der ersten Runde, als sie mit 48,98 Prozent einen Rekordwert erreicht hatte. Unabhängige malische Beobachter schätzen, dass sich etwa 45 Prozent der Stimmberechtigten an der Stichwahl beteiligten. Als Gründe für die schwächere Wahlbeteiligung wurden neben starker Regenfälle in einigen Landesteilen die Einschätzung vieler Wähler genannt, Kaitas Sieg sei bereits sicher.

Der Chef der EU-Wahlbeobachtermission, Louis Michel, erklärte nach der Stichwahl, es gebe "absolut nichts Zweifelhaftes oder Verdächtiges zu vermelden", die Abstimmung sei ruhig verlaufen. "Derjenige, der gewählt wird, wird mit demokratischer Legitimität gewählt, das ist meine Überzeugung", fügte der EU-Vertreter hinzu.

Die US-Regierung lobte unterdessen, dass die malische Übergangsregierung für eine friedliche und geordnete Wahl gesorgt habe. Außenamtssprecherin Marie Harf stellte zudem in Aussicht, die US-Hilfen für Mali bald wieder aufzunehmen. "Wir haben deutlich gemacht, dass wir nach der Rückkehr einer demokratisch gewählten Regierung unsere Auslandshilfen für Mali normalisieren wollen", sagte die Sprecherin.

Der Termin für die Präsidentschaftswahl war auf Drängen Frankreichs und der internationalen Gemeinschaft festgelegt worden, obwohl die Verwaltungsstrukturen nach dem Militärputsch und den Kämpfen im Land noch nicht wieder voll funktionsfähig waren. Die Gebergemeinschaft hatte die Abhaltung freier Wahlen und die Rückkehr zur Demokratie zur Bedingung für weitere Hilfen in Höhe von umgerechnet mehr als drei Milliarden Euro gemacht.

Der 68-jährige Keita steht nun vor der schwierigen Aufgabe, das Land aus der Krise zu führen und die Bevölkerungsgruppen - Tuareg und Araber auf der einen Seite und Schwarze auf der anderen Seite - zu versöhnen. Nach dem Militärputsch im März 2012 hatten Tuareg-Rebellen und mit ihnen verbündete Islamisten den gesamten Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht. Eine halbe Million Menschen wurden in die Flucht getrieben. Das militärische Eingreifen Frankreichs im Jänner dieses Jahres stoppte den Vormarsch der Islamisten nach Süden.

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