Politisches Chaos in Italien wird kleiner

Politisches Chaos in Italien wird kleiner

Laura Boldrini, ehemalige Sprecherin des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) in Italien und Parlamentarierin der Linkspartei SEL, ist am Samstag zur neuen Präsidentin der Abgeordnetenkammer gewählt worden.

Die 52-Jährige setzte sich am zweiten Tag der Abstimmungen in der Abgeordnetenkammer mit einer absoluten Mehrheit von 327 Stimmen durch. Der Kandidat der Protestbewegung "Fünf Sterne" um den Starkomiker Beppe Grillo, Roberto Fico, musste sich mit 108 Stimmen begnügen. Boldrini ist die dritte Frau, die in der republikanischen Geschichte Italiens den Vorsitz der Abgeordnetenkammer erobert.

Im Senat wurde inzwischen die Abstimmung für die Wahl des neuen Präsidenten fortgesetzt. Gerechnet wird, dass er noch am heutigen Samstag gewählt wird. Zu den aussichtsreichsten Kandidaten zählt der Senator der Mitte-Links-Kraft Demokratische Partei und ehemalige Mafia-Jäger Piero Grasso.

Laura Boldrini wurde 1961 in Macerata (Region Marche) geboren. Nach dem Jusstudium in Rom begann sie eine Karriere als Journalistin bei der RAI. 1989 wechselte sie zur UNO-Welternährungsorganisation FAO über, wo sie Videos produzierte und Radiobeiträge verfasste. Von 1993 bis 1998 arbeitete Boldrini in Italien als Sprecherin der UNO-Organisation World Food Programm und beteiligte sich an mehreren Auslandmissionen am Balkan und im Irak. Ab 1998 war sie in Italien Sprecherin des Flüchtlingshochkommissariats UNHCR und beschäftigte sich in erster Linie mit den Migrationsströmen im Mittelmeerraum. In dieser Rolle hat sie sich mit vielen Krisen auseinandergesetzt, unter anderem mit dem massiven Flüchtlingsstrom aus Nordafrika im Jahr 2011.

Knapp drei Wochen nach dem Patt bei den italienischen Wahlen war das neu gewählte Parlament in Rom am Freitag erstmals zusammengekommen. Damit hat offiziell die 17. Legislaturperiode in der republikanischen Geschichte des Landes begonnen. Ins Parlament zogen die 163 Parlamentarier der "Fünf Sterne"-Bewegung ein, die überraschend zur drittstärksten Kraft im Parlament aufgerückt war.

Die bei den Wahlen spektakulär erfolgreiche Protestbewegung des Komikers Grillo hat deutlich gemacht, dass sie eine "Regierung ohne Parteien" will. Ein Zusammengehen mit der Linken lehnt Grillo ab, Mitte-Links-Chef Pierluigi Bersani seinerseits will keine Große Koalition mit Ex-Premier Silvio Berlusconi. Nach der Wahl der Parlamentspräsidenten wird Staatsoberhaupt Giorgio Napolitano am kommenden Mittwoch politische Konsultationen für die Regierungsbildung in die Wege leiten.

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