"Plünderer werden gekreuzigt - Gott steh euch bei"

"Plünderer werden gekreuzigt - Gott steh euch bei"

Montag, am Höhepunkt des Sturms, kontaktierten 20.000 Menschen die Notrufzentrale der New Yorker Polizei. Seither stehen die 50.000 Mitarbeiter im Dauereinsatz.

Die Warnung an einer Garage im New Yorker Stadtteil Queens ist unmissverständlich: "Plünderer werden gekreuzigt - Gott steh euch bei", droht der Besitzer nach dem Hurrikan "Sandy" Bösewichten mit Selbstjustiz. Auf die Polizei, die nach einer der schwersten Naturkatastrophen in der Geschichte der USA im Dauereinsatz ist, mag er augenscheinlich nicht vertrauen.

In der Tat zwingt "Sandy" das New York Police Department (NYPD), wie die Behörde mit ihren 50.000 Mitarbeitern offiziell heißt, zum Dauerspagat: Sie setzt Boote und Hubschrauber in überschwemmten Gegenden ein, besetzt Kontrollpunkte, zeigt Präsenz in Stadtteilen ohne Strom, regelt den Verkehr, sammelt und verteilt Lebensmittel, betreibt Notrufzentralen, bewacht gefährdete Objekte und stiftet Frieden unter Autofahrern, die sich wegen der Benzinknappheit in den langen Schlangen vor den Tankstellen in die Haare geraten. "Die große Frage ist, wie lange das NYPD die ganze Last tragen kann", sieht der Polizeirechts-Professor Gene O'Donnell das Ende der Fahnenstange. Die Beamten leisteten Außerordentliches, sagt der frühere Polizist.

Auf dem Höhepunkt des Sturms seien am Montag 20.000 Notrufe eingegangen, verdeutlicht Polizeisprecher Paul Browne die Belastungen für die Beamten. Doch die befürchtete Explosion der Kriminalität ist ausgeblieben. Seit "Sandy" sei kein einziger Mord gemeldet worden. Normal sei in diesem Jahr ein Tötungsdelikt pro Tag.

Gerüchte über Plünderungen

Doch in den Stadtteilen ohne Strom wächst die Angst vor Straftaten. Gerüchte über Plünderungen und Einbrüchen machen die Runde. Und im Stadtteils Queens sollen Diebe ihr Unwesen treiben, die sich als Bundesbeamte ausgeben. Seine Schäfchen lebten in Angst, sagt Monsignore Alfred LoPinto, ein Gemeindepfarrer in Howard Beach. "Haltet durch, habe ich ihnen geraten."

Die Polizei hat reagiert und die uniformierte Präsenz erhöht. Sie hat Beamte aus Einheiten abgezogen, die das organisierte Verbrechen bekämpfen. Normalerweise in Zivil arbeitende Kripo-Ermittler laufen in Uniform Streife. Und Notunterkünfte werden von Objektschützern bewacht, die sonst an Schulen aufpassen.

Die Bürger wüssten gar nicht, wie umfangreich die Aufgaben der Polizei seien, konstatiert der Strafrechtsprofessor Joseph King. "Es ist unglaublich. Sie muss überall Flagge zeigen." Das tut sie mit Erfolg, wie die Festnahmen zahlreicher Tatverdächtiger zeigen. Psychisch besonders belastend für die Polizisten ist der Umgang mit toten Kindern. "Niemand geht so weit zu sagen, dass es schlimmer ist als die Anschläge von 2001, aber vergleichbar ist es schon", zieht ein Polizist Bilanz nach dem Wirbelsturm "Sandy".

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